Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 3 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 110)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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270 Umschau. glaubens streift, als von Gesetzlehren vorgenommen ohne Tadel berichtet wird. Dennoch belegt sie die Stelle mit demselben Ausdrucke, VN2, welcher eben den verbotenen Handlungen eignet. Dieser Umstand macht selbst manche Nabbinen, die ganz auf dem thalmudischen Standpunkte stehen, doch etwas unsicher, und sie möchten nicht gern sich mit dem Gegenstände befassen, zumal nachdem Maimonides mit der Strenge seines philosophischen Dogmatismus die Sache fast ganz in ihr Gegentheil verkehrte. Dieser nämlich nimmt den thalmudischen Satz gerade in dem Sinne, ein Verfahren wie das des Elieser, sei eine verbotene Vorahnung; auf Elieser dadurch einen Tadel zu werfen, nimmt er keinen Anstand, den Namen Jonathan's — übergeht er mit Stillschweigen. Seine Worte lauten (Mischneh Thorah, Götzendienst 11, 4): ״So auch wer sich Zeichen macht, indem er spricht: Wenn mir Dies begegnet, will ich so thun, wenn nicht, nicht, wie Elieser, der Knecht Abraham's, es gemacht, und alles Aehnliche, das ist verboten, und wer etwas dergleichen thut, ist der Geißelstrase verfallen". Abraham ben David ist natürlich ergrimmt über eine solche Umdeutung der thalmudischen Worte und ruft aus: ״es ist erlaubt und erlaubt, die thalm. Worte wollen nicht besagen , daß gerade die Art Elieser's und Jonathan's verboten sei, eine andere nicht, vielmehr nur eine andere sei unzuverlässig — worin er vollkommen Recht hat —; wie kann er solchen Frommen eine der«rtige Uebertretung ansinnen? Wenn sie lebten, würden sie Feuerbrände wider ihn ausschnauben". Dennoch find, wie gesagt, die Rabbinen etwas ängstlich geworden; selbst Jakob ben Ascher (Tur Joreh Deah e. 179) nimmt die Worte des Maimonides, ohne eine andere Ansicht anzuführen, vollständig auf, Joseph Karo übergeht den Gegenstand in Schulchan Aruch ganz, Moses Jsserles (das. 8 4) führt beide Ansichten an, ohne zwar eine Entscheidung zu treffen, aber doch mit der Er- Mahnung, im schlichten Gottvertrauen zu wandeln. Dasselbe wiederholt sich mit einer nun etwas abweichenden Nuancirung in Betreff eines ähnlichen thalmudischen Ausspruches. Aus einer Baraitha schon wird der Spruch angeführt (Chullin a. a. O.): Haus, Kind und Weib, wenn sie auch keine Vorahnung (כחעו) sind, so sind sie doch ein Zeichen (סינלך), d. h. nun wiederum, es liege hierin zwar keine zuverlässige Vorbedeutung, aber doch ein beachtenswerthes Zeichen. Auch das will Maimonides nicht zugeben. Er deutet es dahin, daß wenn man an solche Gegenstände nur