Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 3 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 107)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Umschau. 267 ebenso eine angemessene Betheiligung finden und nachhaltigen Einfluß üben, wie sie schon deshalb und auch wegen ihrer Haltung und ihres Inhaltes auch weiterhin bekannt und verbreitet zu werden verdienen. Die eine ist: Ben Chananja von Löw in Szegedin (Ungarn), die bereits ihren neunten Jahrgang rüstig beschritten. Als Wochenblatt bringt sie Nachrichten über die Gestaltung der jüdischen Gemeinde- und Schulverhältnisse; zunächst beziehen sich dieselben auf Ungarn und die übrigen österreichischen Länder, behandeln diese ausführlich, während aus andern Ländern die Nachrichten mehr sporadisch Vorkommen. Dieser Umstand hat Schuld daran, daß dem Blatte die weitere Theilnahme und Verbreitung entzogen ist; das Mitgetheilte bietet den Entfernten nicht genügendes Interesse, während sie das sie Jnteressirende vermissen. Allein dem wahren Freunde der allseitigen Entwickelung des Judenthums, der die gegenseitige*׳ Einwirkung nicht übersieht und daher die Be- Wegungen aller Orten mit lebhafter Theilnahme verfolgt, müssen gerade ausführliche Nachrichten aus Gegenden, in welchen sich noch sehr trübe Gährungen geltend machen, zeitgemäße Bemühungen mit finsterem Chassidismus, mit Un- und Halbbildung viel zu kämpfen haben, von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit sein. Den Chananja geht allezeit muthig und fest im Interesse des geschichtlichen Fortschritts vor. Wir können es aus der Ferne nicht beurtheilen, ob ein Jeder der vielen Correspondenten die Gränze gerechter Rücksichten, die nöthige Urbanität einhält, ob nicht hie und da sich persönliche Stimmungen einmischen, fühlen uns noch weniger berufen, darüber abzusprechen, ob der Herausgeber sich immer auf solch schlüpfrigem Boden tactvoll bewegt. Iw Allgemeinen bleibt uns der Eindruck, daß die Absicht gut, der Muth unverdrossen, das Verfahren frisch ist und mit Geschick gehandhabt wird. Allein, das Blatt beschränkt sich nicht auf die hervortretenden Tagesereignisse; es geht ernstlich mit ein auf die tieferen wissenschaftlichen Fragen und hat manchen sehr achtbaren Beitrag gebracht für religiöse Erkenntniß und geschichtliche Einsicht. Die Gutachten des Herausgebers namentlich über d׳e verschiedensten, ebenso in das Leben eingreifenden wie die Feststellung von Gebräuchen und Ansichten berührenden Fragen zeugen von einer klaren wissenschaftlichen Einsicht, welche solide Gelehrsamkeit zur Aufhellung der geschichtlichen Entwickelung fruchtbar zu verwerthen weiß. Und solche Arbeiten von dauerndem Werthe bringt diese Zeitschrift fast