Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 3 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 257 (sequence 97)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Joel: Chasdai Crescas. 257 Auch der Nachweis, welcher für Vertauschung des Jod und Kaf am Anfänge des Wortes beigebracht wird, von «-1כרכב =:*0פב, während jenes sicher nur als Schreibfehler in Cast, eingedrungen ist, wäre besser zurückgeblieben; כרככ ist natürlich כבכב, wie טוטלוותא טולטל׳ =. Nachdem כביש Ps. 110,1 richtig als Hauptwort aufgenommen ist, begreift man nicht, warum es auch als Peil im Verbum erscheint. Jedoch solche einzelne Berichtigungen würden uns zu weit führen. Wir können nur wiederholen, daß, bei aller Anerkennung der tüchtigen Studien des Vrfs., fleißigere Benutzung der Dialekte, größere Kürze in der Stellenbeibringung, sorgfältigere Wiedergabe in den Bedeutungen, überhaupt aber mehr Selbstbeschränkung in willkürlichen Einfällen für die noch folgenden Lieferungen ernstlich zu empfehlen ist. 7. Don Chasdai Crescas' religionsphilosophische Lehren in ihrem geschichtlichen Einflüsse dargestellt von Dr. M. Io el. Breslau 1866. IV und 83 S. 8. Früheren Arbeiten über die Religionsphilosophie des Maimonides und Levi's ben Gerson fügt der Hr. Vrf. nun als dritte die Abhandlung über die Lehren an, welche Chasdai Crescas aufstellt. Indem dieser etwa zwei Jahrhunderte nach Maimonides, etwa siebzig Jahre nach Levi auftrat, weicht er von seinen Vorgängern sehr ab und steht oft in scharfem Gegensätze ihnen gegenüber. Maimonides ist der consequente arabische Aristoteliker, der darauf ausgeht, das Judenthum mit dem von ihn vertretenen philosophischen Systeme in vollen Einklang zu setzen; auf diesem Wege zwingt ihn jedoch das Bemühen der gegenseitigen Ausgleichung bald das eine bald das andere umzudeuten. Die einfachen Ausdrücke der Bibel vergeistigt er durch metaphorische Erklärung, während er ein jedes übernatürliche Eingreifen nicht wörtlich aufgefaßt wissen will, bald künstlich wegdeutet, bald nur als im symbolischen Traumgesichte geschaut zugesteht, die Satzungen aber ledig-- lich als Mittel betrachtet zur Förderung entweder der Erkenntniß oder der Sittlichkeit, die ihm eine Vorbedingung für die Erlangung der reinen Erkenntniß, das' höchste Ziel des Menschen ist. Bei aller Abschwächung der Spannkraft, welche er dem Judenthum hiemit ansinnt, will es ihm doch nicht gelingen, tief wurzelnde Vierteljahresschrift IV. 3. 17