Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 3 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 238 (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
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238 Levy: thargumisches Wörterbuch. natürlich bei Weitem nicht den lexicalischen Stoff der thalmudischmidraschischen Literatur, und man hat daher entweder zu viel oder zu wenig. Das Werk, das wir doch nun einmal blos als thargumisches Wörterbuch betrachten dürfen, schwillt aber dadurch zu einem unnatürlichen Umfange an. Dieses Anschwellen wird auch durch den Umstand begünstigt, daß der Vrf. fast sämmtliche von ihm angeführte Stellen vollständig in Original und Uebersetzung mittheilt, was hier um so unnöthiger ist als die ganze thargumische Literatur doch eben blos Bibel-Uebersetzung ist, und wo diese sich an den Text hält und nicht paraphrastisch verfährt, eine einfache Verweisung auf die Stelle um so mehr genügte, als die hebräische Bibelstelle uns den hinreichenden Anhalt giebt. Nun aber müssen wir erwarten, daß das thargumische Wörterbuch einen Umfang von etwa 1000 großen, zweispaltigen Seiten einnimmt und einen unmäßigen Preis erreicht. Freilich hat uns der Vrf. noch nicht in einem Vorworte die Grundsätze angegeben, nach welchen er Verfahren; das kann uns jedoch nicht abhalten, dieselben, soweit sie aus der Behandlung her- Vorgehen, zu beurtheilen, und wir glauben dazu umsomehr verpflichtet zu sein, als es etwa auf die noch erscheinenden Lieferungen Einfluß üben kann. Die thargumische Literatur ist, wie gesagt, keine selbstständige, sie besteht aus Uebersetzungen, die freilich zum Theil Paraphrastisch sind und dann den eigenthümlichen Sprachcharakter frei entfalten, zum großen Theile aber sich eng an den Text anschließen und daher auch aus alle Selbstständigkeit in der Entwickelung der Bedeutungen, in Syntax und Satzgefüge verzichten. Sie haben, abgesehen von ihrem Werthe als exegetische Documente, Hauptsächlich Bedeutung, indem sie einen Zweig des weitverbreiteten Aramaismus in seiner Pflege uns kennen lehren, und sie sind daher vorzugsweise in vollem Zusammenhänge mit den übrigen aramäischen Dialekten zu betrachten. Zuvor aber muß die Verschiedenheit der Thargume unter sich erkannt und beachtet werden. Das babylonische Thargum unter dem Namen des Onkelos zum Pentateuche und das Jonathan zu den Propheten schließt sich, besonders das erstere, meistens sklavisch dem Texte an; der Dialekt des Onkelos ist häufig ein willkürlich gemachter in falschverstandenem treuem Anschlüsse an den Text — wie etwa der syrische des Paul von Tela an den griechisch -hexaplarischen Text —, und wir gehen irre, wenn wir seine Worte und Phrasen, ohne daß die Vergleichung