Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 3 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
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VII. Krim'sche Grabinschriften. 229 ihnen auch durch Hrn. Prof. Chw. nicht geworden und die, soviel ich sehe, auch noch nicht allseitig befriedigend gegeben werden kann. Im Allgemeinen ist das Vorkommen der Eulogieen für die alte Zeit keineswegs durch die Literatur bezeugt. Wir besitzen freilich sonst keine so alten Grabsteine, allein die Erwähnung der derstorbenen Verwandten, berühmter Lehrer und ausgezeichnet frommer Männer würde in dem reichen Schriftthume Veranlassung genug dargeboten haben, solche Eulogieen, wenn sie überhaupt üblich ge- Wesen, wenn auch nicht immer, doch hie und da anzubringen. In der That aber finden wir außer 212זל ,זמין* ל und עליו דזטגלום מ, bis zum Mittelalter hin keine andere angewendet. Chw. sagt zwar (S. 90): ״Wer einen verstorbenen Frommen nennt oder seiner Grabstätte nahe ist", lautet eine schon in der Misch nah vorkommende Vorschrift, ״soll ihn segnen und seiner zum Guten gedenken, denn des Gerechten Name bleibt ewig und sein Andenken ist ein Segen (Ps. 112, 6. Spr. 10, 7). Wer Dies zu thun unterläßt, sündigt". Die durch Anführungszeichen hervorgehobenen Worte sind die von Zunz in seiner Abhandlung S. 318, auf den sich Chw. in der Anmerkung beruft; aber ein Zusatz von Chw. ist das Einschiebsel: lautet eine schon in der Misch nah vorkommende Vorschrift. Dieser Zusatz aber setzt das Ganze in ein schiefes Licht. Zunz belegt seinen Satz allerdings mit einer Stelle aus der Mischnah und der Thoßeftha, mehreren Stellen aus den Gemaren und den Midraschim; sie mochten ihm für seinen Zweck, um auf die mittelalterlichen Eulogieen zu kommen, vollkommen genügen, für die frühere Zeit, auf die es uns jetzt ankommt, sind sie durchaus nichtssagend. Die Mischnah (Joma 6. 3 Ende) spricht von Männern, die Tempeldienste in vorzüglicher Weise verrichteten, nützliche Werke für den Tempel herstellten, und wiederum von Anderen, die auf besonders geschickte Weise Tempeldienste auszuführen verstanden, ihr Geheimniß aber engherzig für sich behielten und es keinem Andern mittheilen wollten, so daß der Dienst nicht wieder so ausgeführt werden konnte. Der ersteren, sagt die Mischnah, gedenkt man rühmlich, von ihnen heißt es: Das Andenken des Gerechten ist zum Segen, der letzteren gedenkt man mit Tadel, von ihnen heißt es: der Name der Frevler modert. Ist hier im Entferntesten von einer Eulogie, von der Pflicht sie anzuwenden oder gar von einer Grabstätte die Rede? Alle anderen thalmudischen Stellen wiederholen aber ganz dasselbe