Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 3 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 227 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
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VII. Krim'sche Grabinschriften. 227 und es läßt sich aus einzelnen Anklängen und Worten, die an den einen oder andern Stamm erinnern, kein vollgültiger Beweis ziehen. Allein Namen, die man den eignen Kindern beilegt, gehören zu dem Vollständig Einheimischen und Herrschenden, sie müssen mit der ganzen Geistesrichtung, dem vollen Gemüthsleben verwachsen sein; wenn sie von einer Volksklasse ausgenommen werden, die sonst an ihrem eignen Familiengute mit Liebe festhält und in ihr inneres Heiligthum nur allmälig Fremdes dringen läßt, so ist Dies das vollgültigste Zeugniß von der ausgedehnten Herrschaft, welche das Türkisch-Tatarische damals bereits erlangt hatte. Wie gesagt, auf diesem Gebiete bleibe ich fragend stehen und erwarte die Aufschlüsse von Männern, die mit ihm vertraut sind. 6. Eine letzte ernste Betrachtung erfordert der Sprachcharakter auf diesen Grabsteinen und die auf ihnen gebrauchten Formeln. Auf den älteren Grabsteinen, die sich auch der alten Schöpfungsära bedienen, ist die Sprache höchst einfach. Keine prunkenden Titel verherrlichen die Heimgegangenen, ihre wie der Väter Namen werden meist schlicht verzeichnet ohne irgend eine Zuthat; nur einem Leviten Moses aus dem I. 30 und einem Joseph aus dem I. 369 wird der sehr einfache Ehrentitel Rabbi 'ר beigelegt, deßgleichen dem Vater des letzteren wie dem des im I. 305 verstorbenen Hillel und der im I. 670 verstorbenen סורגלין, diese selbst wird durch בלהיות geehrt, was überhaupt, und zumal in der verhältnißmäßig schon späten Zeit nicht auffallend ist, ebensowenig wie das Lob ז־זיעכו, welches dem im I. 687 verstorbenen תרכתנליעו als Ehrentitel vorgesetzt wird. Wenn die späteren Epitaphien vom neunten Jahrh. an durchgehends Titel vorsetzen, sich in Lobeserhebungen ergehen, überhaupt kunstvollere Weisen wählen, den Reim anwenden, so wird uns Dies nicht Wundern, wir werden Dies mit der ganzen eingetretenen literarischen Entwickelung in Einklang finden. Unerwartet sind uns, wie bereits bemerkt, die Chronostiche. Allein sie kehren immer wieder, sind entschieden belegt und haben bei der Vorliebe für die Gimatria, welche schon in den Thalmuden beginnt, nichts Befremdendes. Sie sind durchgehends Schriftversen entnommen und in der Art gewählt, daß sie entweder zu den Verhältnissen des Verstorbenen sehr passend sind oder die Hoffnung auf die ewige Seligkeit ausdrücken. So wenn von einem hochbetagten Manne das Chronostich gewählt wird: sein Auge war