Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 3 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
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226 VII. Krim'sche Grabinschriften. nicht mehr ahnte, allgemein durch. So fügt sich diese unerkannte Thatsache in die Ergebnisse anderweitig gewonnener Erkenntnisse. 4. Die Schriftform auf diesen Grabsteinen bietet keine Schwierigkeit. Neue Entdeckungen haben in der Gewißheit bestärkt, daß zur Zeit des zweiten Tempels unsere jetzige, die s. g. assyrische oder Quadrat-Schrift vollständig herrschend war und sich nur etwa auf Münzen die alte Schriftform erhielt, wie sie auch von den Samaritanern festgehalten wurde.. Inschriften mannichfacher Art sind aufgefunden worden an den verschiedensten Orten, und alle Weichen in dem Schristcharakter nicht von dem heutigen ab, wenn man ihnen auch eine gewisse Alterthümlichkeit anmerkt, ein Merkmal, das auch den Buchstaben auf den in Rede stehenden Grabsteinen nicht entgeht. Wenn auch die erste Einwanderung nach der Krim wirklich aus dem Jsraelreiche geschah, so hat, wie oben bemerkt, doch die literarische Bildung der Juden sich mehr an das selbstständig gebliebene Juda angelehnt und hat auch seine Schrift angenommen, umsomehr als bald starke Zuzüge aus Judäa überwiegenden Einfluß gewannen. 5. Inwiefern die auf den Grabsteinen verzeichneten Eigennamen historisch und ethnographisch sich rechtfertigen lassen, ist eine Frage, deren Lösung ich mir nicht zuträue und die auch noch viel eingehenderer Forschungen bedarf, als ihr Hr. Chw. widmen konnte. Die biblisch-hebräischen Namen machen keine Schwierigkeit; finden sich auch unter ihnen einige, wie ברקי, die sonst nicht weiter Vorkommen, so erweckt Dies bei Einwanderern, die an den alten in ihren Familien üblichen Namen festhielten, kein Bedenken. Wir lassen es uns auch gefallen, wenn wir im I. 806 dem arabischen Namen בלסעוד begegnen. Bedenklicher ist schon, wenn bereits 197 (o. 194) der persische Frauenname *]גחל sich findet, am Allerbedenklichsten aber, wenn 179 eine 262 ,פרלק ein טוקטבליט, der 687 als תוכתבליט sich wiederholt, aus demselben I. 262 ein בנלטי, 670 eine סורגליןי genannt werden. Das sind, nach übereinstimmenden Aussagen der Sachkenner, türkisch-tatarische Namen, und nun bleibt die sehr schwierige Frage zu beantworten, ob die Bevölkerung jener Gegend wirklich schon damals dieses Stammes war, und dieser bereits so herrschend, daß auch die eingewanderten Juden deren Namen sich angeeignet haben. Die Geschichte jener Gegenden aus dieser alten Zeit ist freilich noch sehr wenig aufgehellt; die verschiedensten Horden schoben und drängten sich dort auf einander,