Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 3 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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VII. Krim'sche Grabinschriften. 225 fischer, 180 unter griechischer, 103 unter hasmonäischer und 103 unter herodäischer Herrschaft. Da schrumpft die Zeit vor der hasmonäischen Erhebung und namentlich die unter der persischen Ober- Hoheit gar zu sehr zusammen, wie denn auch in der Traditionskette diese ganze Zeit mit ״den Männern der großen Synode" und Simon dem Gerechten ausgefüllt wird. Der Zuschlag von 151 Jahren ist demnach ein vollkommen berechtigter, und die daraus resultirende Annahme, daß das zweite judäische Reich 571 Jahre bestanden habe, stimmt weit mehr mit der thatsächlichen Geschichte überein, als es bei der üblichen jüdischen der Fall ist, und es kann uns auch hier nicht darauf ankommen, ob sie sich als vollkommen genau erweist, wenn sie nur ungefähr richtig ist. Hier tritt uns jedoch eine Frage entgegen, welche Hr. Chw. - nicht berührt. Wenn eine solche richtigere Schöpfungsära existirt hat, welche doch Wohl nicht bei den krimschen Juden entstanden ist und etwa im Mutterlande ganz unbekannt geblieben, sondern die vielmehr auch hier geltend war und erst von hier aus mit nach der Krim eingewandert ist: wie ist es möglich, daß später eine andere, und noch dazu eine offenbar falsche Aera entstanden ist, die ältere und richtigere verdrängt hat? Eine solche bedeutsame Abweichung, die für die ganze Geschichte, ja für den gewöhnlichen Gebrauch so bemerklich war, muß ihren tiefliegenden Grund haben und kann nur durch einen solcken ihre Erklärung finden. Das ist, denke ich, Wohl auch der Fall und steht mit der alten Partefftellung im engsten Zusammenhänge. Für die Sadducäer war die vormakkabäische Zeit, in welcher ihre Ahnen die volle unbestrittene Herrschaft als Hohepriester und Regenten ausübten, eine Zeit strahlenden Ruhmes, die sie treu in ihrem Andenken bewahrten und die ihnen durch die Pflege ihrer Stammbäume unvergessen bleiben mußte. Umgekehrt war jene Zeit für die Pharisäer eine Zeit des Abfalls, deren Spuren sie möglichst verwischten, deren Maß sie daher mit vollster Absichtlichkeit möglichst einengten. Die Sadducäer hatten daher eine richtigere Zeitrechnung, welche die nach der Krim eingewanderten ״Priester, die ihre Familienabstammung bis auf den Priester Zadok, den im Gotteshause zu Salomon's Zeiten den Priesterdienst Verrichtenden, zurückführten" gleichfalls mitbrachten; die Pharisäer strichen 151 Jahre geradezu aus der Weltgeschichte, und bei dem Uebergewichte, welches sie erlangten, drang ihre Zeitrechnung, für deren Abweichung man den tieferen Grund Vierteljahresschrift. IV. 3. lg