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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 3 (1866) · p. Seite 222

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
3 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 222 (sequence 62)
Language
German
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222 VII. Krim'sche Grabinschriften. sende, als EinheiLszahlen, mit dem andern Datum in einem Worte finden. Also י:צהק סנגלי kann keine große Aera bedeuten. Allein man kann sich auch 2. schwer dazu entschließen, diesen Namen als Angabe selbst der kleinen Aera — wenn die Bezeichnung פג Dies zuließe —, also überhaupt als ein Chronostich zu betrachten. Daß ein Datum nicht durch Zahlwörter oder Zahlbuchstaben, sondern durch die Berechnung des Zahlwerthes ganz Anderes bedeutender Wörter, also durch ein Chronostich, angegeben wird, ist eine Thatsache, die uns überhaupt für diese alte Zeit neu ist, uns Anfangs befremdlich erscheint, allein durch hinreichende Beispiele doch so entschieden belegt ist, daß wir alle unsere anfänglichen Zweifel niederschlagen müssen. Allein diese Chronostiche find sämmtlich Passende Bibel Verse oder Stücke daraus. Daß aber der Name des Verstorbenen selbst als Chronostich verwendet werde und zwar in so gesuchter Weise daß selbst die Tausende als Einer für die Schöpfung mitgezählt werden muffen, ist etwas so Verkünsteltes und so zu allen Zeiten Unerhörtes, daß man mit Recht nur den äugenscheinlichsten und wiederholten Belegen gegenüber seine Bedenken aufgeben mag. Weit einfacher erscheint mir, daß die zwei Buchstaben nicht פג, sondern פל gelesen werden müssen und das gewöhnliche פד לטבלו, hier ist vergraben, hier ruht, bedeuten. Also ich bezweifle nicht die Aechtheit des Grabsteins, ich glaube daß Isaak Sangari in der Krim am Anfang der zweiten Hälfte des achten Jahrhunderts gestorben, glaube aber nicht, daß in der Aufschrift, soweit sie uns aufbewahrt ist, eine Jahreszahl ausgedrückt ist. 'Unterdessen war in den Hauptstätten des Judenthums, Palästina, Babylonien (Persien), dem byzantinischen Reiche sowie in den Staaten des weströmischen Reiches der Pharisäismus in seiner jüngern, immer schärfer sich ausbildenden Entwickelung unter den Juden siegreich vorgedrungen und hatte sich als Thalmudismus abgeschlossen. An ihm erstarkte auch der alte schlummernde Gegensatz, um als Ananismus, Karäismus wieder das alte Sadducäerthum zu beleben. Auch nach den fernern Gegenden hin drang der Eifer, das Judenthum in seiner ausgeprägten Gestaltung dort zu befestigen. Wir erfahren von ״jerusalemischen Sendboten", welche nach der Krim wunderten, um dort den Rabbinismus (תורת דרבכות) zu verbreiten und welchen es auch im I. 957 gelang, in Kaffa etwa zweihundert Familien in den Genossenschaftsbund (חברות) aufzunehmen; wie die andern Lehren, so führten sie auch

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