Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 3 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 221 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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VII. Knm'sche Grabinschriften. 221 trägt, also einem Weibe aus der Familie Sangari angehörig. Ferner erscheint auch der Sohn David auf mehreren Denkmalen aus jener Zeit. In dem Epigraph einer Bibelhandschrift wird gesagt, daß sie ״von der Gemeinde unserer Brüder Chazar (סיר) in der Gemeinde Kenn: (כרים), der obern, geweiht worden, und zwar 1485״ unseres Exils, [4]700 der Schöpfung" — 789; dasselbe schließt mit den Segenswünschen für die Völker, die sich dem Hause Jakob's anschließen, und deren König an ihrer Spitze, und ist unterzeichnet: כאם דויד בר יצחק כסת וכלה הכגרי סט. In dem Epigraphe einer andern Pentateuchrolle sagt Eliah, Sohn des Schreibers Salomo, er habe dieselbe dem Chazaren Beik, Sohn des Jaldugan, Gouverneuer der Stadt Kaffa, im I. 1494 n. d. Exile, f4j709 der Schöpf. (— 798) verkauft *). Ms Zeuge ist wiederum David, Sohn des Isaak Sangari unterzeichnet. Isaak Sangari lebte also um die Mitte des achten Jahrhunderts in der Krim, er ist dort gestorben und sein Grabstein ist aufgefunden. Was steht nun aber auf demselben? Nun, einfach sein Name und nebenbei פג. Was bedeuten diese zwei Buchstaben? Nun, erwiedert man, sie bedeuten nichts anders als wie gewöhnlich פרט גדרל, d. h. die Schöpfungsära zugleich mit Angabe der Tausende. Wo aber, wird weiter gefragt, ist denn auf diesem Steine irgend eine Zahlangabe? Freilich ist eine solche, antwortet man; die beiden Worte des Namens יצחק סכגרי bilden zugleich das Chronostich. Sie betragen 531; da nun angegeben wird, auch die Tausende seien gezählt, so will das sagen 4527, das entspricht also 767 n. Ehr. Hier entstehen aber Bedenken, über welche Hr. Chw. nicht so rasch weggehn durfte. Das erste ist, daß man, so lange nicht genügende Belege beigebracht sind, durchaus nicht annehmen mag, es seien in jener alten Zeit die Tausende der Art in das Chronostich mit aufgenommen worden, daß sie als bloße Einer gezählt werden. Alle alten Chronostiche sind fast ohne Ausnahme blos für die kleine Zeitrechnung, oder die Tausende sind durch einen besondern Buchstaben bezeichnet; nur etwa in einer ganz späten Zeit, die das Geschnörkeltste liebte, mag sich ein solches Zusammrnwerfen der Tau- *) Ich begreife nicht, wie Chw., der selbst diese Urkunden S. 42 und 43 nüttheilt, dennoch auf S. 78 die Behauptung aufstellen kann, vom Jahre 735 an komme die alte krimsche Aera gar nicht mehr vor, während sie hier vom I. 789 und 798 vorliegt. Denn daß sie sich zufällig bis jetzt auf Grabsteinen nicht nach diesem Zeitpunkte gefunden, will doch Nichts beweisen.