Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 3 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2420973-2420983-2420986--1183-2422265- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
220 VII. Kriin'sche Grabinschriften. an ihre ehemaligen Würden festhielten und sich als die Nachkommen Zadok's bezeichneten: *1m בלן דזכחנים חבליוחטגים עד צדוק הכדלן כחך בבית ירי בינלי עולנלח העח (Chw. S. 95). Sie brachten neue Gelehrsamkeit mit, auch eine Schöpfungsära, welche von der jetzt üblichen jüdischen abweicht — und über die bald weiter gesprochen werden soll —, die bei der nun von alten und neuen Ankömmlingen gemischten Bevölkerung neben der alten Aera nach ״unserm Exile", d. h. nach der Zerstörung Samariens gebraucht wurde. — Vom achten Jahrhunderte an nahm die Strömung der Einwanderung aus den verschiedensten Richtungen her nach der Krim, Kaukasien und dem Chazarenreiche in großem Maße zu. Aus dem byzantinischen Reiche waren schon früher griechisch redende und pharisäisch gebildete Juden dorthin gekommen, namentlich nach Metarka, sie hatten eine andere Schöpfungsära eingeführt, die auch allmälig herrschend wurde. Um diese Zeit fand auch die Annahme des Judenthums durch den Hof und die Vornehmen wie einen großen Theil der Bevölkerung im chazarischen Reiche Statt; sie ward durch gelehrte Einwanderer vollzogen, die sicher an pharisäischen Grundsätzen festhielten. Allein die alte Trennung zwischen Sadducäern, deren Nachkommen in diesen Gegenden weilten, und den Pharisäern, welche in immer größerer Zahl herankamen, war längst abgeschwächt, die neue Spaltung zwischen Karäern — Ananiten — und Rabbaniten erst im Entstehen und auf engen Raum beschränkt, so daß bei dieser Annahme des Judenthums von einer Parteifärbung keine Rede war und mehr ein friedliches Gehenlassen waltete. Diese wichtige Thatsache der Erlangung eines so mächtigen Einflusses von Seiten des Judenthums in Chazarien knüpft sich an den Namen des Isaak Sangari, dessen Grabstein gleichfalls schon vor etwa drei Jahrzehnten aufgefunden worden. Auch dessen Aechtheit ist bestritten worden und, wie ich mit Hr. Chw. glaube, mit Unrecht; allein die angeregten Bedenken, die damals noch mehr berechtigt waren, bedürfen noch immer einer erneuten Erwägung. Die Infchrift auf dem Grabsteine nämlich lautet, wie sie von Allen übereinstimmend mitgetheilt wird, .12 יצחק סהגדי. Daß Isaak Sangari, wie ihn ja die rabbinischen Berichte als den Bekehrer des Chazarenkönigs angeben, in der Krim gelebt und gestorben, daran ist durchaus nichts Auffallendes. Stern in Odessa hat außerdem noch einen andern Grabstein gefunden, der die Aufschrift סכגריוז