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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 3 (1866) · p. Seite 219

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
3 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 219 (sequence 59)
Language
German
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VII. Krim'sche Grabinschriften. 219 schon das Dargebotene reicht hin nicht blos unsere Aufmerksamkeit zu fesseln, sondern auch uns das Vertrauen zu verschaffen, daß wir es hier wirklich mit ächten alten Denkmalen zu thun haben. Von den zehn alten Grabsteinen, deren Datum schon Bd. III S. 129 mitgetheilt ist, sind acht in Petersburg vorhanden, und die lithographischen Tafeln geben uns ein treues Bild von ihnen, zwei davon — die dort mit 1 und 10 bezeichneten —, sowie die acht neueren liegen blos in Papierabdrücken vor, welche mit großer Genauigkeit angefertigt und wiedergegeben sind, während von vielen anderen die durch Firkowitfch, dessen Vertrauenswürdigkeit wie Kenntniß nicht anzutasten ist, angefertigten Copieen vorliegen. Ein unbefangener Blick auf diese Massen, die auch von vielen Andern, wie von -dem verewigten Director Stern in Odessa und den verschiedensten Reisenden an Ort und Stelle betrachtet und beglaubigt worden, wird die Authenticität derselben um so weniger bezweifeln, als deren wichtige Ergebnisse durchaus nicht das Interesse irgend einer vorgefaßten Ansicht, noch weniger einer bestimmten religiösen Meinung begünstigen, also die Denkmale nicht zu Gunsten solcher Ergebnisse gefälscht sein können. Soweit sich bis jetzt überschauen läßt, stellen sich uns ungefähr folgende geschichtliche- Thatsachen heraus: Bei der Zerstörung des israelitischen Reiches wurden Glieder desselben auch nach dem Bosphorus (Sefarad), Kaukasien und der Krim verschlagen; griechische Inschriften aus alter Zeit bezeugen uns ihre Anwesenheit und ihren Einfluß daselbst zugleich mit ihrem ernsten Halten am Judenthume. Fern von ihrem Vaterlande und nur in lockerem Zusammenhänge mit demselben/ergriffen sie nicht Partei bei den Streitigkeiten, die namentlich bald nach der Errichtung des zweiten Tempels zwischen Judäern und Samaritanern ausbrachen, sie hielten sich vielmehr eher an das längere selbstständige Juda, das dann Zum Zweiten Male sich wieder herstellte, als an die Ueberreste ihres eignen alten israelitischen Staates, die dann durch Mischlinge vermehrt, den Namen Samarier annahmen. Nur hielten sie die alte Erinnerung insoweit fest, daß sie die Jahre nach ihrem Exile, d. h. nach der Zerstörung des Jsraelreiches rechneten. — Mit der Auflösung des zweiten judäischen Staates durch die Römer kamen neue Flüchtlinge aus Judäa auch nach den dortigen Gegenden, unter ihnen besonders auch sadducäische Priesterfamilien, die noch bis in späte Zeit hinein die Erinnerung

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