Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 3 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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Bedarschi. Duran. 213 ben Isaak Ha-Levi, Efod) in der jüdischen Literatur mit Recht erlangt hat, durfte man von seiner vielbesprochenen hebr. Grammatik gewisse Erwartungen hegen; nun da sie veröffenlicht ist, sinden wir uns im Grunde getäuscht. Sie ist erschienen unter dem deutschen (gleichfalls entsprechenden hebräischen) Titel: Maase Efod, Einleitung in das Studium der hebräischen Sprache von Profiat Duran. Nach Handschriften der k. k. Hofbibliothek in Wien, der Sorbonne in Paris, der Oppenheimeriana in Oxford und von drei Privatbibliotheken, nebst einer Einleitung, Erläuterungen und kritischen Noten von den Herausgebern und hebräischen Beilagen von dem Verfasser, sowie von Prof. S. D. Luzzatto, zum ersten Male herausgegeben von Dr. Jonath an Friedländer und Jakob Kohn. .Wien 1865. VIII u. 248 u. 49 S. 8. Die Herausgeber haben ihre Schuldigkeit gethan, wenn auch nicht selten erhebliche Mißverständnisse Vorkommen, die Beilage von Luzzatto, seine eignen grammatischen Grundsätze enthaltend, ist von Werth, wenn auch zu skizzenhaft, aber was uns von Duran geboten wird, entspricht seinem Rufe nicht. Er erscheint hier sogar weit engherziger als wir ihn nach seinen andern Schriften uns zu denken gewohnt sind, und von tieferen sprachlichen Einsichten ist Nichts zu merken, trotzdem daß er hier und da einen philosophischen Anlauf nehmen möchte. Es ist eben aus jener Zeit des sinkenden Geschmacks und der schwindenden Selbstständigkeit, welcher Bedarschi und Profiat angehören, nichts Gediegenes mehr zu erwarten. An literarhistorischem Materiale fehlt es natürlich auch hier nicht. Kurz, wenn wir lernen wollen, müssen wir hoch hinaufsteigen in die Zeit; da sind noch Aufklärungen zu verschaffen. Die Streitschriften der Schüler Menachem's und Dunasch's z. B. werden manchen dunkeln Punkt aufhellen. Alte Bibelhandschriften mit Nach- und Beischriften, mit alten Maßorah's u. dgl. werden uns noch manche Entwickelungsstufe enthüllen. Allein das spätere Mittelalter lehrt uns Nichts mehr. Wir müssen es im Leben wie in der Wissenschaft überwinden; leider aber stecken wir noch auf allen Gebieten tief darin. 5. August.