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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 3 (1866) · p. Seite 210

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
3 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 210 (sequence 50)
Language
German
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210 VI. Hebräische Sprachwissenschaft. Es gehört zu den rühmlichen Zeugnissen für unsere Zeit, daß solche Schriften aufgefunden und verwerthet werden; man weiß, was man zu suchen hat, und der Spürsinn wird auf Werthvolles hingelenkt. Diese ״Kritiken Dunasch's gegen Saadias" haben eine recht interessante Geschichte. Sie sind von vorn herein offenbar ein Brouillon geblieben und mit Randbemerkungen von Dunasch selbst, vielleicht hie und da auch von einem seiner Schüler versehen worden, die dann von einem Abschreiber unrichtig eingesügt wurden. Er sagt selbst (N. 6 Ende S. 3): ״weil ich kurz sein will, lasse ich die weitere Erklärung für eine zweite Recension (also eine ausführlichere Bearbeitung), welche allen Schülern zum Nutzen dienen mag." Der Zustand aber, in welchem die Schrift auf uns gelangt ist, beweist hinlänglich diese Art ihrer Entstehung, wie der Hr. Herausgeber dieses einsichtig und sorgsam nachweist. Schon Aben Esra klagt über die Fehlerhaftigkeit des in Aegypten ihm vorliegenden Exemplars, und vielleicht ist dieses dasselbe gewesen, aus welchem sie nunmehr abgedruckt ist. Denn sicher war sie sehr wenig verbreitet, und Aben - Esra ist der Einzige, der ihrer gedenkt und der durch eine Widerlegung derselben mit ihrem Inhalte bekannt machte. Allein auch dessen Widerlegung, die er gewissermaßen auf Bestellung ausarbeitete und der er den Namen טופת יתר beilegte, ist lange handschriftlich und unbeachtet geblieben. Sie ist in neuester Zeit endlich erschienen und von Kippmann gründlich und einsichtsvoll beleuchtet worden. Allein A. E. hat hier die auch sonst bei seinem schriftstellerischen Verfahren nicht seltene Flüchtigkeit überboten; er hat Dunasch's Worte zuweilen mißverstanden, sich um genauere Darlegung der Ansichten Saadias', obgleich er ihn in Schutz nehmen will, wenig bekümmert, so daß wir aus seiner Schrift zu Schutz und Trutz kein klares Bild von den Differenzen erlangen. Dabei ist auch seine Schrift nach einem einzigen fehlerhaften Manuscripte veröffentlicht; die Berichtigungen, welche durch andere Manuscripte^). möglich sind, haben freilich nunmehr ihre wesentliche Bedeutung verloren. So blieb denn wiederum sieben Jahrhunderte hindurch dieser Kampf Dunasch׳s gegen Saadias un- *) Ein solches Manuscript verwahrt die Saraval'sche (Fränckel'sche Seminar-) Bibliothek zu Breslau; es ist nicht alt und auch nicht sonderlich gut, liefert aber doch manche Berichtigung. Werthvoller ist ein Codex, den Pinsker in Odessa benutzt und aus dem er mir eine Liste sehr nützlicher Verbesserungen mitgetheilt hat.

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