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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 3 (1866) · p. Seite 208

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
3 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 208 (sequence 48)
Language
German
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208 VI. Hebräische Sprachwissenschaft. zu sein. S. sucht alle Stellen, welche Veranlassung zu einer solchen Meinung geben können, umzudeuten; der in Rede stehenden giebt er folgende Wendung: Wie Wasserströme ist das Herz des Königs (wenn er) in der Hand Gottes (ist, d. h. wenn er gottesfürchtig ist), wohin er (der König) will, neigt er es, nämlich sein eigen Herz, der Sinn ist demnach gerade der umgekehrte, daß der fromme Mensch die volle Herrschaft über seine Neigungen und Lüste erlangt. Auch diese spitzfindige Auskunft verwirft D. und bleibt bei dem einfachen Sinne (N. 91 S. 24)*). Aehnlich verhält es sich sicher auch mit der Stelle Spr. 25, 2: Die Ehre Gottes ist, ein Wort (o. eine Sache) verborgen zu lassen, wo D. die Erklärung S.' als so geschmacklos bezeichnet, daß es ihm schwer werde sie wiederzugeben, während wir auch von anderer Seite Nichts darüber erfahren. Was D. selbst darüber sagt, empfiehlt sich gerade auch nicht sonderlich (N. 17 S. 6). Noch andere dogmatische Deu- Lungen des S., die von D. abgewiesen werden, sind z. B. die Annähme, daß die zerschnittenen Vögel bei dem Bunde mit Abraham wieder belebt worden seien zur Beglaubigung der Lehre von der Auferstehung (N. 7 S. 3, vgl. wisst Zeitschr. a. a. O. S. 311 st u. Urschrift S. 458). In ähnlichen Rücksichten, welche D. nicht anerkennt, beruht die Gewaltsamkeit, mit welcher S. den Vergleich des Jsachar mit einem'1) חבלור גלם Mos. 49, 14) weginterpretiren will (N. 157 S. 55, vgl. Ozar nechmad IV S. 98). Aus diesen wenigen Beispielen wird es zur Genüge ersichtlich sein, wie sehr die nun neu zugänglich gemachte kleine Schrift uns einen tiefen Einblick gewährt in den geschichtlichen Entwickelungsgang der hebräischen Sprachwissenschaft unter den Juden; die Einleitung und Erklärung, welche uns der sorgsame Herausgeber für ein zweites Heft verspricht, lassen uns weitere fördernde Erörterungen auf diesem Gebiete erwarten. Natürlich bietet eine solche alte Schrift — die noch dazu in einer so hoch hinaufragenden Abschrift vor- *) Vglmein Moses ben Maimon S. 43 f. Saadias gedenkt auch der Stelle in seinem Emunoth Buch IV Cap. 4, wo er Me Stellen, welche der Willensfreiheit zu widersprechen scheinen, deutet, indem er acht Grundsätze aufstellt, nach denen dieselben aufzusassen seien und als siebenten bezeichnet: הפלגה בבלאנלר, יכבד השובלע כי הוא דבר בליוחד כאבללו פלגי בלים לב בללך ביד ה', סובל שיש לבללכים דבל בליוחד שיפול בלבם בלה שיחפוץ ,אבל זה הפלגה והוא אובלל, אפילו הבללך בעבודת הבולא כבלו הבלים ביד עצבלו אל כל אשל יחפוץ הבללך יטנו וישתבלש בו:

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