Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 3 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 207 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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Dunasch. 207 gänzen könne, S. trennt das כיו von נלנלעל und erklärt, das לו in der Uebersetzung der größern Deutlichkeit wegen an den Anfang stellend: Ihm (Gotte) sind (d. h. Er hat) Seraphim, die in der Höhe stehn/׳) D. ׳hingegen sagt ganz verständig, solche Redensarten müssen als bildliche erkannt werden; es wird hier wie von einem Hofhalte gesprochen, bei welchem der König zum Schutze von einer Schaar seiner Diener umgeben ist, und dieses Bild wird hier übertragen. — Dem Satze: hat ein Gott versucht sich ein Volk aus der Mitte eines andern zu nehmen mit Wundern . . . , wie Gott Euer Herr Euch in Aegypten gethan (5 Mos. 4, 34) geben alle alten Uebersetzer die Wendung dahin, daß nicht von irgend einem Gotte die Rede ist, da damit zugestanden wäre, es gebe Wohl einen andern Gott, der die Macht zu einem solchen Versuche besitze, doch habe keiner einen solchen unternommen und ausgeführt; sie übersetzen vielmehr alle אלדזים, einige noch mit verdeutlichendem Nachdrucke, mit Gott als dem einzigen wahren, und mehrere geben auch dem!כסה eine andere Deutung. Dasselbe thut S., indem er übersetzt: hat Gott die Fahne erhoben**). D. nimmt auf das dogmatische Bedenken des möglichen Mißverständnisses keine Rücksicht und kehrt zur einfachen Erklärung zurück (N. 104 S. 48 f.). So hindert auch S. die Erwähnung des Satans in Hiob wie anderswo; der Existenz böser Engel widerstrebte die aufgeklärte Weltbetrachtung, und S. opfert den Satan, will ihn aber auch aus den Bibelstellen wegschaffen, indem er in der gezwungensten Weise einen dem Hiob feindlichen Menschen substituiren will. D. kehrt sich nicht an philosophische Skrupel und läßt den Satan ruhig an seiner Stelle (N. 67 S. 21)***). — In anderer Weise bietet der Vers Spr. 21, 1 dem Saad. einen Anstoß. Die einfache Hebersetzung desselben: (Wie) Wasserströme ist das Herz des Königs in der Hand Gottes, wohin Er will, lenkt Er es (oder: ihn), drückt aus, daß Gott den König in seinen Schritten nach Seinem Willen leitet, und es scheint hier die menschliche Willensfreiheit aufgehoben *) Seine Uebersetzung lautet: fjlstJf!3 HJGbU *J **) Vgl. Urschrift S. 287 f., wo auch bereits bemerkt ist, daß in D.'s Worten zu lesen ist: וקדש לחול für ולקדש חרל. ***) Vgl. Wissensch. Zeitschr. f. jnd. Theol. Bd. V S. 300, ferner Ewald's Beiträge S. 78, Simon Duran z. Sr. wie die Anführungen aus Joseph Kimchi z. St.