Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 3 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 206 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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206 VI. Hebräische Sprachwissenschaft. Standpunkt Beider über die Vergleichung des Aramäischen und Arabischen ein schwankender, und wenn auch D. den richtigen Grundsatz aufstellt, daß nur dann Ableitungen aus diesen Dialekten für die Wortbedeutung gestattet seien, wenn keine Analogie im Hebräischen selbst vorhanden ist, so bleibt auch sein Verfahren sehr unsicher (vgl. N. 26 S. 8 f., N. 55 S. 18, N. 37 S. 12, N. 64 S. 20 und sonst). Charakteristischer stellt sich die Abweichung heraus, wenn S. dogmatische Rücksichten in der Interpretation wallen läßt, während D. von diesen absieht und blos die Sprachregel als sichere Führenn gelten läßt. S. glaubt jeden auf Gott bezüglichen Ausdruck, der unpassend erscheint, umdeuten zu dürfen und zu müssen; D. glaubt weder so ängstlich sein zu müssen, noch sich eine solche Erlaubniß gestatten zu dürfen. Wenn Hiob zu seinen Freunden sagt (19, 22): warum verfolgt ihr mich wie Gott, so nimmt S. daran Anstoß, daß Hiob aussprechen solle, Gott verfolge ihn, er meint daher, אל heiße hier nicht Gott, sondern: diese. Aber, fragt D. mit Recht (N. 5 S. 2), wer sind denn ״diese", von denen Hiob eine solche Verfolgung aussagen kann? Von Gott hat übrigens Hiob schon manchen derartigen harten Ausdruck sich erlaubt, sowie wenn er sagt: willst Du ein welkes Blatt zerknittern? (13, 25). Gott verzeihe ihm, fügt er hinzu, kein Mensch ist frei von unfreiwilliger Sünde und Jrrthum. Die Worte Hiskia's in seinem Dankgebete: ich dachte, ich werde Gott nicht (mehr) sehen im Lande der Lebenden (Jes. 38, 11), deutet S. um in: ich werde Gott nicht danken, weil ja von einem Sehen Gottes nicht die Rede sein könne, sehen werde zuweilen für ״danken" gesetzt; D. meint mit Recht, davon wisse er Nichts (N. 82 S. 23, vgl. Urschrift S. 341). ״Die Seraphim standen über Ihm", so schaute Jesaias in prophetischer Vision Gott mit seiner Umgebung (6, 2). Wie? die Seraphim höher als Gott? Das, meint S., kann doch wohl nicht der Sinn sein, vielmehr allgemeiner: die Seraphim standen in der Höhe (N. 99 S. 26), d. h., wie wir aus der uns zugänglichen Uebersetzung des Jesaias die etwas undeutlichen Worte D.'s er- Samuel Nagdilah (1050), daß er das Bibelwort ebenfalls mit dem in der Formel für den neunten Ab combinirt habe; in seiner Erklärung zu dieser (6(1. Amsterdam 95 b) sagt er: והנגיד פי' נלזה העכין־ הבוז לגאיונים ואבלר כי הל׳בלד בו שורם. D. zerlegt das Wort nach dem Keri in zwei Wörter.