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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 3 (1866) · p. Seite 204

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
3 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 204 (sequence 44)
Language
German
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204 VI. Hebräische Sprachwissenschaft. maßenden Gottesleugner gebraucht worden! Dagegen verwahrt sich D. mit Recht, indem er Dies als gleichgültig betrachtet, nur motivirt er Dies etwas schief. Er hätte sagen müssen, daß wir hier nicht etwa die ipsissima verba Pharao's vor uns haben, sondern die Worte, welche der Prophet ihm in den Mund legt, daß ferner Pharao, wenn er auch ein Gottesleugner gewesen, doch darum nicht etwa geflissentlich die hebräische Sprache verdreht hat. D. aber meint, es sei nun einmal ein jedes Wort in der Bibel als ein von Gott den Propheten inspirirtes zu betrachten, und-er wundert sich daher auch sehr über den alten Ausspruch, der einsichtsvoll die Sprachverschiedenheit unter den Propheten anerkennt und z. B. dem Jesaias besondere Eleganz*), hingegen Amos eine gewisse Schwerfälligkeit im Ausdrucke beilegt. — So will ferner S. בלי blos fragend und zwar blos für Menschen, also: wer, nicht: was, gebraucht wissen, auch in Jes. 22, 16**), dem D. einzelne Beispiele gegenüberstellt (N. 47 S. 15 und N. 172 S. 56 f.), ebenso nicht als Relativpronomen: der welcher, so daß er in 2 Mos. 32, 33 בלי als für פני stehend betrachtet (an erster St., vgl. S. 61), während D. auch hier widerspricht. ***) Wir werden hier S. zustimmen müssen, daß in der Regel בלי blos Fragepronomen für Menschen ist, ohne daß wir jedoch in Abrede stellen wollten, daß es ausnahmsweise auch als fragend für Sachen und hie und da auch als Relativpronomen vorkommt, und wir werden den Stellen nicht einen Zwang auferlegen, um pedantisch die Regel aufrecht zu erhalten. Während nun S. es mit Einzelnem sehr genau nimmt, finden wir jedoch bei ihm .im Allgemeinen eine so willkürliche Behandlung der Sprache, eine solche Regellosigkeit in der Ableitung und Erklärung, und zwar meistens um herkömmlichen Annahmen und vorzugsweise der Auffassung des Thargum zu folgen, daß wir den *) Aben Esra in Sefath Jether (N. 84 S. 23 b ed. Lippmann) legt diese Ansicht dem Saad. bei; ich glaube jedoch nicht, daß D. diesen dabei im Auge hatte, vgl. mein Moses Len Maimon S. 41. **) Dies scheint die corrumpirte Stelle in D. auszusagen; jedoch in der von Paulus herausgegebenen Uebersetzung ist auch כלי mit U* (nicht q״*) wiedergegeben, wie wir es auch im Thargum lesen. ***) Demnach ist auch die LA. der Polyglotte womit אטור übersetzt, während כלי ganz zurückgelassen wird, der des Poc.'schen Mspts. vorzuziehen, welche durch q•־« gerade כלי ausdrücken würde; sie ist die Correctur eines Abschreibers, der eine genaue Wiedergabe des כלי vermißte.

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