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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 3 (1866) · p. Seite 202

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
3 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 202 (sequence 42)
Language
German
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202 VI. Hebräische Sprachwissenschaft. Wissenschaft gegenüber den gewohnheitsmäßigen Annahmen. Die von D. unternommene Bekämpfung der Saad.'schen Aufstellungen erlangt aber dadurch für uns noch höhern Werth, daß sie, abgesehn davon daß sie den Gegensatz, wie er damals zum Bewußtsein gekommen, bloslegt, uns auch häufig erst die Auffassung des S. kennen lehrt. Vieles nämlich dürfte von S. vollständig und zwar schon seit lange verloren sein, wie seine grammatischen und lexikalischen Schriften *), von Anderem ist wenigstens uns die Spur entgangen wie von seinem Commentare zum Pentateuche, überhaupt aber sind außer der Uebersetzung des Pentateuchs und des Jesaias seine exegetischen Arbeiten zu den andern Büchern, wenn auch theilweise handschriftlich aufbewahrt, uns sehr spärlich bekannt. Aus Dunasch lernen wir daher auch Saadias kennen. So wird uns denn diese neue kleine Schrift wirklich sehr belehrend. In den Einzelnheiten, welche hier aus S. berichtet und von D. bestritten werden, treten uns beide Männer so recht in ihrer Eigenthümlichkeit und ihren Strebungen vor die Augen. Saad. verhält sich äußerlich zur wissenschaftlichen Behandlung der Sprache und hat seine kindische Freude daran, alle möglichen Bildungen, die irgend sich einmal finden, aufzuzählen — er berechtet 19169 solcher Formen —, und hat, nach Art der ihm vorangegangenen Paitanim, eine wahre Vorliebe für seltene Formen, die etwa einmal vorkommend, von ihm dann aus alle Wurzeln übertragen werden, so daß er vor den unberechtigtsten Neubildungen nicht zurückschrickt. Ob er es wirklich für zulässig gehalten, nach der Analogie von 71^-»פלטי (Nicht. 3, 22), das von פלט, Mist, abgeleitet wird, auch etwa ebenso קלטדוכזל von קילטו, Brett zu sagen, geht aus D.'s Worten (N. 95 S. 24 f .**) nicht mit Bestimmtheit hervor, wohl aber daß er weniger ausschweifende, aber ebenso blos äußerlich *) Wieviel an der Vermuthung Jakob Sapir's in אבן הפיל I S. 12 b Amn. und S. 55 b. ist, daß im כלחבלת ולתיגאך, welches als Einleitnng am Anfänge eines Jemen'schen Bibelexemplars steht, in hebr. und arab. Sprache die Grundlehren der Grammatik und Wort- und Punctationsabweichungen entkaltend, nach einer von der später geltenden abweichenden Methode, als gram. Abhandlung des Saad. zu betrachten sei, läßt sich erst beurtheilen, wenn wir einen genauern Einblick in dieselbe erlangen. **) Die Worte פלטדוכזל יותל בלן עטיתיני, mit welchen D. hier beginnt, können richtig sein und bedürfen vielleicht nicht der sonst sehr wohl möglichen Emendation des Herausgebers; sie bedeuten: 'פ ist eine noch mehr erweiterte Form als '2.

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