Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 3 (1866) · p. Seite 199

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
3 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 199 (sequence 39)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2420973-2420983-2420986--1162-2422244
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

/ V. Salomen Maimon. 199 mich auf einige Wochen in sein Haus ausgenommen, verschaffte er mir Zuerst alles Erforderliche im Hause des Peßach ben Jechiel und dessen Sohnes Jechiel; diese brachten mich dann zudem Schwager des letzteren, Elieser Lipmann und dessen Bruder Simon. Den Sohn des ersteren sollte ich unterrichten und dafür mein anständiges Auskommen haben. Als Dank für die göttliche Gnade, die mich bis hierher geführt, habe ich nun dieses aus fünf Abhandlungen hestehende Werk unternommen u. s. w. Hier verlassen wir unfern Salomo ben Josua; immer rascher gestaltet er dann sich um, bis er sich in den .neuen Salomon Maimon umgewandelt. 18. Juli. oder Bußtage" nach Posen gekommen, berichtet er selbst in seiner Lebensgeschichte (I S. 276 f.). Daselbst berichtet er auch von dem Oberrabbiner zu Posen (S. 278 ff.). Er hatte noch den dort zu finden vermuthet, der vor einigen Jahren aus seiner Gegend in Posen ausgenommen worden (Raphael Cohen) und der einen Bekannten von ihm als Schreiber mitgenommen hatte. Als er nach diesem nun sich erkundigte, erfuhr er, daß der Oberrabbiner in gleicher Eigenschaft in Hamburg ausgenommen worden (woselbst er später mit ihm in nicht sehr freundlicher Weise zusammentraf II S. 227 f.) und seinen Bekannten mitgenommen habe, daß aber der gegenwärtige Oberrabbiner ein Schwiegersohn des vorigen sei und bei demselben ein etwa zwölfjähriger Sohn seines Bekannten sich befinde. Er spricht dort ausführlich über den Oberräbbiuer, den er einen vortrefflichen Manu, einen scharfsinnigen Thalmudisteu von sehr sanftem Charakter nennt, und über dessen unerschöpfliche Wohlthätigkeit und Fürsorge gegen ihn. ״Die strenge Lebensart", sagt er, ,,das viele Studieren und Nachtwachen schwächten seine Kräfte so sehr, daß er, nachdem er zum Oberrabbiner in Förde (Fürth) aufgenommen worden, wohin ihm eine große Anzahl Schüler folgte, ohuegefähr in dem sechs und dreißigsten Jahre seines Alters starb. Nie kann ich ohne die tiefste Rührung an diesen göttlichen Mann denken". Auch über die dortige Hofmeisterstelle, die er zwei Jahre bekleidete, verbreitet er sich dort, ohne jedoch die Namen der Familie anzugeben. Bei dem Mangel an genauen Jahresdaten in Maimon's Leben, müssen uns die obigen Angaben gleichfalls von Werth sein, obgleich auch sie an der Nachlässigkeit leiden, welche Maimon in diesem Betreffe hat walten lassen, da er sicher nicht erst 5538, sondern bereits Ende 37, im Spätsommer 1777 seine Heimath verlassen. Da er nun, als er nach Königsberg kam, wie er (Lebensgeschichte I S. 262) selbst angiebt, ״ohngesähr fünf und zwanzig Jahre alt" war, so ist Wolff's Annahme (Maimoniana S. 10), er sei etwa gegen 1754 geboren, ziemlich zutreffend.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.