Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 3 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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V Salomon Maimon. 191 gerne ihn aus seiner früheren Zeit vernehmen. Es thäte uns Wohl, den frischen wahrheitsdurstigen Maimon kennen zu lernen, wenn auch der dunkle Trieb sich ungelenk äußert, Gedanke und Form sich noch nicht von der Enge befreit hatten, unter der er seufzte. Was er später über sich selbst aus jener Zeit sagt, ist ein Werk der Reflexion, nicht mehr der freie volle Erguß. Daß er zur Zeit seines Aufenthalts in der Heimath Werke abgefaßt, auf seinen Reisen mitgenommen und sie noch später aufbewahrt habe, berichtet er selbst. So spricht er von einem philosophischkabbalistischen Werke in seiner ״Lebensgeschichte" (I S. 143) im I. 1792: ״Ein ganzes Werk, das ich darüber schrieb, brachte ich noch mit nach Berlin und verwahre es bis jetzt als ein Denkmal von dem Streben des menschlichen Geistes nach Vollkommenheit, ohngeachtet aller Hindernisse, die sich ihm in den Weg stellen." Es mag auch sein, daß dieses Werk einer etwas spätern Zeit angehört, nämlich der, in welcher er sich von der Heimath schon losgerissen, aber noch an dem dort eingenommenen Standpunkte festhielt, noch in hebräischer Sprache schrieb; auch die Ueberreste aus dieser Zeit müssen uns Zeugniß geben von seinem inneren Ringen, von dem Verlangen nach einer Vermittelung zwischen den verschiedenartigsten Gestaltungen menschlicher Denkweise. Er hat diese früheren Werke sorgfältig aufbewahrt (Lebensgeschichte II S. 245), wenn er auch später Nichts von seinen früheren Arbeiten Mendelssohn zeigen mochte, weil er sie für zu unwichtig hielt (vgl. Wolff, Maimoniana S. 115). In der That giebt uns Sabattia Wolff am Schluß seiner Maimoniana eine Liste der ״hinterlassenen Manuscripte", eine Nachweisung, die er Fürstenthal verdankte, über eine ziemliche Anzahl von großentheils hebräisch abgefaßten Schriften, welche sich meistens in den Händen Benjamin Frankens zu Groß-Glogau befanden. Vor nahe an zwanzig Jahren ist uns auch bereits von der Existenz und dem allgemeinen Inhalte einer solchen Schrift Kunde geworden. Der Katalog der Handschriften Heimann Michael's (Ozrot Chajim) verzeichnet unter N. 849 '(S. 74) ein Werk NWN ״ תעלומותVerborgenheiten der Weisheit" über mathematische Physik חכבלת) von Salomon ben Josua aus Nieswicz (כעטוויז), das von Breslau 1787 datirt und Wohl Autograph ist; mehr sagt auch das Autorenverzeichniß (S. 353) nicht. Salomon ben Josua aus Nieswicz ist kein Anderer als unser Salomon Maimon, was Steinschneider selbst im Kata-