Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 3 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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IV. Die hebr. Handschriften in Paris. 187 ergeben. *) Das in ^demselben Bande folgende Buch ist als '׳ ס העצבלים des Aben Esra bezeichnet; der Katalogist will השע^ליים gelesen wissen, bemerkt aber zugleich, es Weiche von dem unter letzterem Titel sonst vorkommenden Buche ab. Was berechtigt also zu dieser Correctur? Bekanntlich wird ein ״Ha-Azamim" von A. E. angeführt, das sogar arabisch abgefaßt und erst später ins Hebräische übersetzt worden sein soll, und es ist gerade von Interesse zu untersuchen, ob dieses Büchlein nun hier aufgefunden worden. Moses Beschiazi's הועתקה התורה handelt nicht sur la composition du Pentateuque, wie es der Katalogist (N. 191, 2 S. 24) übersetzt, eine kritische Frage, an die man zu jener Zeit nicht dachte, sondern über die Fortleitung, Ueberlieferung der Lehre, jene brennende Frage zwischen Karaiten und Rabbaniten. Sehr vielfach wird die symbolisch- oder allegorischphilosophische Interpretation fälschlich als kabbalistisch bezeichnet und verwirrt damit unsere literarhistorischen Erkenntnisse. David Kimchi hat keine Ahnung von der Kabbalah, aber sowohl die Schöpfungsgeschichte als die Beschreibung des ״Wagens" im Anfänge Ezechiels erklärt er neben der gewöhnlichen ihm geläufigen schlichten Jntepretation auch noch in philosophisch-symbolischer Art; die über den ״Wagen" ist seinem gedruckten Comm. zu Ezechiel beigegeben, die über die Schöpfungsgeschichte ist vielfach Handschriftlich vorhanden. Natürlich darf nun da על דרך הנסתר nicht mit cabalistique übersetzt werden, wie N. 196 S. 25 geschieht, während N. 334, 2 S. 45 richtig allegorique, N. 676, 3 S. 106 wieder weniger richtig mystique gesetzt wird, gerade wie auch fälschlich von einer kabbalistischen Erklärung des Nathan ben Samuel (Thibbon; diesen Familiennamen kennt der Katalogist nicht, N. 839, 5 S. 143), von einer kabbalistischen Deutung des Stiftzeltes und seiner Geräthe durch Aben Esra gesprochen (N. 1092, 4, 4 S. 201), deßgleichen dessen ם' האחד unter kabbalistischen Stücken aufgezählt (N. 770, 6 a S. 128), dessen ם' השם geradezu (N. 771, S. 129) als kabbalistisch bezeichnet wird, während sie beide blos Zahlensymbolik anwenden, und in gleicher Weise mag es sich Verhalten, wenn behauptet wird (N. 1170, 1 S. 215), ein empirisch medicinisches Buch A. E.'s enthalte auch Vorschriften, die sich auf die Kabbalah und die Astrologie gründen; so sicher es ist, daß A. E. der letzteren anhing, so gewiß ist auch, daß er von ersterer nicht die entfernteste Kenntniß hatte. Welch einen *) Das gedruckte Buch Xiegt mir im Augenblicke nicht vor.