Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 3 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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180 IV. Die hebr. Handschriften in Paris. fünfzig Bände überschritten, nach dem Berichte des zuverlässigen Wright (diese Ztschr. Bd. III S. 295) vor einem halben Jahre bereits gegen 700 Nummern enthalten hat. Auch die andern großen Sammlungen sind auf diese Weise nachträglich bereichert Worden. Parma hat werthvolle Handschriften, welche S. G. Stern zusammengebracht, seinen alten Schätzen hinzugefügt; Munkes Reise nach Aegypten hat der Pariser Bibliothek seltene arabische karäische Schriften verschafft, und so ist noch anderes Einzelne, von Kennern aufgefunden, den verschiedenen Bibliotheken zugeflossen. Wo jedoch solche Umstände nicht gewaltet haben, wo nicht der wissenschaftliche Sinn von vorn herein mit bestimmten Absichten die Anschaffungen veranlaßt hat, sind auch reich versehene Bibliotheken vorzugsweise Stapelplätze zahlreichen Mittelgutes und enthalten in vielfachen Wiederholungen leicht zugängliche Werke. Auch die Pariser Bibliothek erhebt sich im Allgemeinen nicht über dieses Niveau. In dem Vorberichte zu dem neuen Kataloge, der von ihr eben erschienen ist — 260 Seilen kl. Folio —, erfahren wir über deren Begründung und allmäligen Zuwachs hinsichtlich der hebräischen Handschriften, daß die öffentliche oder königliche Bibliothek von sehr geringen Anfängen aus durch Erwerbungen oder Schenkungen von Sammlungen, welche einzelne kirchliche Würdenträger und Gelehrte sich verschafft, allmälig sich erweitert hat. Zu diesem ancien fonds mit seinem Supplement kamen zur Nevolutionszeit die Handschriften, welche religiösen Anstalten oder Privaten gehört hatten, so die des Oratoire, der Sorbonne und der Abtei Saint- Oermain-des -Pres, von denen die erstere 207 werthvolle Handschriften enthielt, meistens aus Constantinopel kommend und aus der Sammlung des gelehrten Karaiten Kaleb Afendopulo (Ende des 15. u. Ans. des 16. Jahrh.) stammend, die zweite 158, welche dem Cardinal Richelieu gehört hatten. Später und bis in die neueste Zeit kamen noch aus andern öffentlichen Sammlungen, namentlich aus der von Sainte - Genevieve, des Arsenals,, der Neichsarchive und durch einzelne Erwerbungen 148 Handschriften hinzu; unter den letzteren hätten die durch Munk aus Aegypten mitgebrachten eine ausdrückliche Erwähnung verdient. Auf diese Weise ist nun die Bibliothek zu der stattlichen Anzahl von 1313 Nummern angewachsen, von denen einzelne Bände oft eine große Reihe der verschiedensten Werke zusammenfassen, so daß die Zahl der Schriften leicht doppelt soviel beträgt. Bereits im I. 1739