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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 3 (1866) · p. Seite 178

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
3 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 178 (sequence 18)
Language
German
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178 IV. Die hebr. Handschriften in Paris. guten alten Drucke sind bereits benützt und werden noch mehrfach untersucht werden, doch werden sie uns nicht weit führen, da dieses Thargum in der spätern Zeit seine Schlußredaction erhalten hat und uns nach dieser Weise im Ganzen treu überliefert ist. Dasselbe gilt von dem babylonischen Thargum zu den Propheten, Jonathan, dessen Handschriften auch vielfach vorhanden sind, die uns aber auch nicht wesentlich fördern. Weit seltener sind schon die palästinischen Thargume zu den Hagiographen; gerade sie aber sind, namentlich zu einigen Büchern, mit unserem massorethischen Bibeltexte nicht in vollem Einklänge und liegen uns zugleich in einer Gestalt gedruckt vor, die viel zu wünschen übrig läßt. Dennoch ist die Zahl der Handschriften für diese Thargume ausreichend genug, um dem Forscher die Möglichkeit einer ergiebigen Vergleichung zu bieten. Aber gerade ein Thargum bietet ganz besonderes Interesse, das ist das palästinische Thargum zum Pentateuch, Pseudo-Jonathan, das offenbar an vielen Orten große Umgestaltungen seines früheren Zustandes erfahren, zahlreiche spätere Zusätze ausgenommen hat, und von dem uns alte Handschriften eine sehr nützliche Handhabe darbieten würden. Gerade dieses Thargum ist wie aus der handschriftlichen Literatur verschwunden, und auch die Pariser Bibliothek bietet, wie wir nun erfahren, nur Einzelnes aus der zweiten, fragmentarisch uns überkommenen Recension, welche unter dem Namen ״jerusalemisches Thargum" gedruckt ist und nur aus einer Anzahl späterer angeblicher Berichtigungen besteht.*) So fehlen uns auch aus der Uebergangszeit, welche die babylonische Geonim- Epoche abschließt und die neue arabische wissenschaftliche Zeit vorbereitet, die wichtigsten Doeumente, welche ebenso erhellendes Licht auf ihre Vergangenheit, in der sie sich noch bewegen, werfen müssen, wie sie uns die ersten Anfänge der neuen Umgestaltung in der Geistesrichtung darlegen würden. Um nur Einiges als Beispiel anzuführen, sind uns die grammatischen Werke Saadias' verloren gegangen, welche schon, wie es scheint, Abulwalid nicht mehr vor sich hatte, und die gerade einen tiefen Blick in die ersten wissenschaftlich-sprachlichen Versuche werfen ließen, wie sie uns genaue Kunde bringen würden über die alten babylonischen und palästinischen Differenzen, die S., einer von ihm uns erhaltenen Nachricht zufolge, ausführlich darin behandelt hat. Aber auch der weit- *) Ancien fonds 58, im neuen Katalog N. 110, 1 S. 11 f.

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