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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 3 (1866) · p. Seite 169

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
3 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 169 (sequence 9)
Language
German
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II. Der Thalmud als bibellritisches Hülfsmrttet. 169 solchen Lösung zurück. Gerade aber die Bestimmung, wie sie die Mischnah uns überliefert hat, giebt uns die Erklärung an die Hand, wieso die LA. ליום entstanden ist. An den drei angegebenen Orten wollte man später keine Nichtpriester, auch keine Leviten, zulassen. Die Abtinaszelle war es, wo kunstvoll und heimlich das Raucher- Werk zubereitet wurde (Mischnah Schekalim 5, 1. Joma 3, 11), und das Räucherwerk war überhaupt blos für den innern Dienst, die Funken- und die Brandzelle hatten ihre Bestimmung für das Brandopfer, gleichfalls das heiligste Opfer, zu dem auch nur die Priester in Beziehung traten. Die Priester verdrängten daher von diesen drei Orten die Levüen. Die Abtinaszelle lag im Süden; sie war nämlich in der Nähe der Zelle des Hohenpriesters (Jerus. Gem. Joma 1, 5), diese aber befand sich im Süden (Mischnah Middoth 5, 4). Die Funken- und die Brandzelle aber waren im Norden (das. 1, 5). Also für Süden und Norden corrigirte man deßhalb das לוים in ליום, und so lag es schon den alten Uebersetzern vor, während die Gemara uns die ursprüngliche Lesart aufbewahrt. Die Absicht aber der Correctur ist uns durch sie fast documentirt. 4. Die Unsicherheit, ob an manchen Stellen so mit Ales oder לו mit Wav zu schreiben ist, trotz der wesentlichen Verschiedenheit in der Bedeutung dieser zwei gleichlautenden Wörtchen, ist durch vielfache Varianten, die selbst massorethisch als Khethib und Keri verzeichnet und die anderntheils von den Uebersetzungen ausgedrückt sind, genügend bezeugt. Es mögen daher hier nur noch zwei Stellen, in welchen diese Abweichungen von unserm Texte in thalmudischen Urkunden bis jetzt weniger beachtet worden, hervoraehoben werden. Auf die eine habe ich bereits Ozar nechmad IV. S. 101 hingewiesen. Zu 1 Mos. 26, 32 heißt es in Bereschith rabba e. 64 Ende: איך אבו יודעיך אם בלצאו אם לא בלצאו נלך בלה דכוזיב ויבלצאו שם באר בלים חיים ,הוי טבלצאו בלים חיים. Dem Midrasch würde also in V. 32 ungewiß bleiben, ob Isaaks Knechte ihrem Herrn berichtet, sie hätten in dem von ihnen gegrabenen Brunnen Wasser gefunden, oder umgekehrt daß sie nicht gefunden, und er entscheidet sich nur für die erstere Annahme, weil es in V. 19 bei dem ersten von ihnen gegrabenen Brunnen heißt, er sei ein Brunnen lebendigen Wassers gewesen; er schließt Wohl daraus, daß überhaupt Brunnen nur die Grube heiße, welche einen lebendigen Quell hervorsprudeln läßt. Aber wie konnte ihm V. 32 undeutlich

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