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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 4 · p. Seite 266

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
4
Date
1864-01-01
Page
Seite 266 (sequence 16)
Language
German
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266 II. Die Sternbilder im Hiob. denken, daß der Stamm ורה wie die verwandten Stämme ורע , ורה (wozu auch wohl ורם gehört) ausstreuen, ansströmen bedeuten, so daß man wieder auf dieselbe Bedeutung käme. Es wäre namentlich auch zu bedenken, daß mit den Regen, welche die Hyaden bringen, zugleich heftige Winde verbunden sind/) und daß für diese gerade מורים (Hiob 37, 0) das prägnante Wort ist. Nimmt man an, daß מ,ל1ה die Hyaden bedeuten/*) so möchte diese neue Erklärung geeignet sein, ein unerwartetes Licht auf die oben erwähnte Stelle im zweiten Buche der Könige zu werfen. Es wäre nämlich nur nachzuweisen, daß wirklich neben dem Cultuö der Sonne und des Mondes auch ein besonderer Cultus der Hyaden bestand. Indem ich hoffe, daß Kenner der verschiedenen orientalischen Mythologien, auf diese Spur geleitet, noch mehr und bedeutendere Beweise finden werden, glaube ich, daß doch auch Folgendes der Beachtung nicht unwerth ist. Zunächst bemerke ich, daß nach Abulfaradscl/** ***)) einer der arabischen Stämme den Aldebaran, also den Hauptstern in den Hyaden, besonders verehrt. Bedeutsamer möchte Folgendes sein. In der schon mehrfach angeführten Abhandlung des Herrn Profi Weber-fi) findet man die ausführliche Darstellung einer uralten indischen Sage, deren wesentlicher Inhalt in Folgendem besteht. Der Sonnengott — prajapäti — gicbt dem Monde — dem König soma — alle seine Töchter zu Frauen, der Mond wohnt aber nur bei der einen rohini, dies ist seine Lieblingsfrau. In dem Taittiriya Araiyyaka erscheint sie als Gemahlin des Mondes, und die Sprache hat noch bis in die späteste Zeit das innige Verhältnis; zwischen dem Monde und der rohini in den verschiedenen Namen des Mondes bewahrt, insofern er rohinipati — Herr der Rohini — 11. s. w. genannt wird.-ff-p) Nun ist aber rohini das zweite indische *) Plinius nennt die Hyaden sidus vehemens et terra marique turbidara (Hat. hist. XVIII., 26־). **) Daß מזלות nicht etwa den Thierkreis bezeichnet, sondern sich auf ganz bestimmte Sterne beziehen muß, hat Herr Prof. Weber sehr lichtvoll erörtert (Abhandl. der phil.-hist. Claffe der Berl. Akad. d. W. 1860 p. 318). ***) Hist, dynast. p. 160 des Originals, p. 101 der lat. Uebersetzung. +) Abhandl. d. Berl. Akad. d. W. 1861, p. 276. ff) Ebend. p. 277.

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