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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 4 · p. Seite 262

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
4
Date
1864-01-01
Page
Seite 262 (sequence 12)
Language
German
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262 II. Die Sternbilder im Hiob. Daß die Araber den großen Bären äscli nennen, wie man, auf Niebuhr's Autorität gestützt, anführt, beweist nicht blos Nichts, so lange man die Etymologie dieses Wortes nicht kennt, sondern ist auch sehr zweifelhaft?) Würde nicht einmal einer der vielen Reisenden diesen Punkt in's Klare bringen können? Man hat auch, um dies beiläufig zu bemerken, den Ausdruck .בניד auf die Ziegen im Sternbildc des Fuhrmanns bezogen. Aber diese Erklärung ist schon deswegen unhaltbar, weil, nach Hygins Zeugniß,") die Ziegen erst durch Cleostratus in das Sternbild gekommen sind, und wahrscheinlich durch ein Mißverständnis;."* **) ***)) So bleibt nichts übrig, als an die Vorstellungen über die Plejaden anzuknüpsen, und in der That scheint mir Alles dafür zu sprechen, daß עיש und עש sich ans die Plejaden beziehen, wie schon die 70 zu Kap. 9 V. 9 übersetzen Eine einfache Vorstellung, in der die Plejaden als Kinder erscheinen, sindcn wir im Orient, indem dieser Sternhaufen unter dein Bilde einer Henne mit ihren Küchlein gedacht wird. So übersetzt schon das Thargum zu unserer Stelle die Worte ועיש על בניה »nt ווגתא על אסרההה . Nach Abc» Ragcl bei Hydc-^) nennen die Araber die Plejaden die Henne-des Himmels mit ihren Töchtern, eine Vorstellung, die auch unter den modernen europäischen Völkern gangbar ist. Bei den Engländern findet sich der Name Iren and chiekens, bei den Franzosen la poussini&rej Luther übersetzt כימה in der Bedeutung Plejaden sowohl Hiob 9, 9 als auch Amos 5, 8 durch die Glucke. Bei den Griechen gehört, wie schon bemerkt wurde, der Sagenkreis von den Plejaden zu den ältesten Mythen. Hier erscheinen sie als Töchter des Atlas, dann auch als Töchter der Plcione. Zu den meteorologischen Erscheinungen hat das Alterthum die Plejaden in mannigfache Beziehung gebracht. Mit ihrem Aufgange in der Morgendämmerung beginnt bei den Griechen der Sommer, mit ihrem Untergange in diesem Zeitpunkte der Winter, d. h. die *) Man vergl. Ewald's Jjob, 2. Ausg. p. 299. **) Hygin. Astron. Poet. II., 13. ***) Buttmann, über d. Entsteh, der Sternbilder in den Abhandl. der Bert. Akad. v. I. 1826, p. 40. f) Syntagma dissertat, p. 42.

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