Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 4
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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260 II. Die Sternbilder im Hiob. in den verschiedenen Erklärungen, die man von den vier Wörtern כסיל, כימה, מדתת und עיש gegeben hat, diese vier Sterne mannigfach vor; daß Orion und die Plejaden darunter enthalten sind, darüber ist man sogar ziemlich allgemein einverstanden. Bei meinem Versuche, diese Wörter zu erklären, gehe ich von dem Gedanken aus, daß der Dichter die Sterne nicht regellos, sondern in einer bestimmten Ordnung nach einander auszählt. Dies erhellt, meiner Meinung nach, deutlich daraus, daß Kap. 9 V. 9 drei dieser Gestirne in umgekehrter Ordnung Vorkommen, insofern ich, wie man es jetzt fast allgemein thnt, als sicher annehme, daß sich עש und ל[יש auf ein und dasselbe Sternbild beziehen. Daß כסיל mit Orion identisch ist, wie die meisten Erklärer annehmen, halte auch ich für unzweifelhaft. Die schiefe Lage — devexi Orionis wie Horaz sagt — und die Form des Sternbildes haben auf die Vorstellung eines hcrumtaumelnden Mannes geführt, und zwar bei den Griechen in doppelter Weise, einmal indem man ihn als einen Betrunkenen und dann wieder, indem man ihn als einen Blinden darstcllte/) So ist כסיל der Unbesonnene, unsicher Herumtaumelnde — והכסיל בהשןד הולך (Kohel. 2, 15). Bezichungen des Orion zu den meteorologischen Erscheinungen werden bei Griechen und Rönieru vielfach erwähnt. Namentlich bezeichnet seid׳ Frühuntergang die Zeit der Herbststürme und des Regens.*) **) Ich wende mich zunächst zu עיש. Da hier von Kindern die Rede ist, so muß ein Gestirn gemeint sein, welches man sich unter dem Bilde einer Mutter mit Kindern gedacht hat. Nun sindcn sich in den astrognostischeu Anschauungen der älteren Völker zwei Sternbilder, bei welchen diese Vorstellung hervortritt, und man hat eben deswegen beide hier zur Erklärung herangezogen; es sind dies die Plejaden und der große Bär. Untersuchen wir zuerst, ob das letztere Sternbild gemeint sein kann. Die Araber nennen die drei Sterne am Schwänze des großen Bären oLo die Töchter, was eigentlich oLo benät näsch *) Müller a. a. O. p. 18. **) Ebendas, p. II. Jdeler, über d. Urspr. und d. Bedeut, der Sternnamen p. 219.