Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 2 (1866) · p. Seite 143

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
2 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 143 (sequence 63)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2420973-2420983-2420985--1105-2422128
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Umschau. 143 anfangen, wenn die Führer sie ganz und gar verlassen? Ich meines- Iheils würde es sehr gern gesehen haben, wenn eine der beiden Zeitschriften ein ernstes Wort gesprochen hätte über die Productivneu der Gesellschaft ״Mekize Nirdamim". Die Leute wollen ״die Schlafenden erwecken" und bringen die ungeheuerlichsten Mißgebürten zur Welt. Vor dem ״Pachad Jizchak" bekommt man Augst; so grauenhaft entstellt ist er. Der ״Et Sofer" verdankt seine Herausgabe wahrlich nicht dem ״Griffel eines kundigen Schreibers", sondern er wimmelt von Abschreibefehlern und ist, wie er vorliegt, ganz unverständlich. Die ״Gutachten der Geonim" sind großentheils der bald richtigere, bald fehlerhaftere Abdruck einer schon früher zweimal erschienenen Sammlung, ohne daß die Herausgeber davon eine Ahnung haben. So mögen die Zeitschriften immerhin ihrer Spalten schonen wollen. — Für andere Werke bin ich vielleicht etwas zu ungeduldig, und die Anzeigen folgen nach. Ich könnte mir sonst nicht erklären, warum z. B. Bedarschi's Chotam Tochnit mit schätzbaren Bemerkungen Dünner's und beachtenswerthen Mittheilungen Luzzatto's und Steinschneider's in beiden Periodischen Schriften noch nicht genannt worden. Und gar die neuen Ausgaben der ältesten Baraitha's, Sifra, Sifre und Mechiltha! Wenn irgend etwas in den Gesichtskreis beider Zeitschriften gehört, ja so recht in deren Mittelpunkt trifft, die gegenwärtigen Lieblingsstudien der beiden Redacteure auf's Engste berührt, so sind es eben diese neuen Ausgaben, die in einer jedenfalls frischen und einsichtsvollen Weise behandelt sind. Sie haben wirklich Weiß' Sifra besprochen, und ich darf daher auch ein Gleiches von Sifre und Mechiltha erwarten; bei Frankel hingegen deckt gänzliches Schweigen diese Werke. Ich habe einige Werke hervorgehoben, bei denen diese friedliche Stille sehr auffallend ist, und übergehe dabei vieles Andere. Doch ein Werk kann ich nicht unerwähnt lassen, da mir hier das Schweigen etwas verdächtig ist. Sie wissen, daß ich mich an Grätz' ״Geschichte der Juden" erfreue; ich verkenne nicht ihre Mängel, aber sie bleibt eine selbstständige Leistung, die ebenso anregend wie fördernd ist. Ein Geschichtswerk, das in einen so langen Zeitraum ernst eingeht, Vieles neu herbeischafft, noch Mehreres neu und eigenthümlich bespricht, — ein Werk, das seinem Inhalte und seiner Darstellung nach ein großes Publicum gewinnt und noch dazu von vorn herein, als vom ״Institute" ausgehend,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.