Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 2 (1866) · p. Seite 129

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
2 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 129 (sequence 49)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2420973-2420983-2420985--1091-2422114
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

III. Aufeinanderfolge der Mischnab - Ordnungen. 129 ihnen fremden Lehrgebiet und nur zufällig zur Sprache gebracht werden. (Sanhedrin 34'׳). 2) Außer R. Jochanan sind sämmtliche Amoraim der Ansicht, daß in zwei Ordnungen (was an sich zwei Tractaten gleich gilt) der allgemein gehaltene Ausspruch (סתם) keine Geltung hat, wenn er auch an späterer Stelle, als die Discussion (מחלוקה) vorkommt, wiewohl Alle mit R. Jochanan übereinstimmen בתלי מסכתות אין סדר (Sabbath 81b, Tossaph. והאמר ר' יוהכן). 3) Die Sabbathbestimmungen (סתם) sind milder gefaßt, als die Bestimmungen für Festtage, weil man sich ihrer sorgfältigen Beobachtung bei der strengeren Sabbathpraxis mehr versichert hielt, als bei der freieren Praxis der Feste (Bezah 2*). 4) Der Wortlaut und damit der Inhalt der Mischnah wird abgeändert und in das Gegentheil umgewandelt 'תהא משנתינו וכו (Sabbath 46 *). Und doch will mich bedünken, daß eine andere Reihenfolge der Mischnahordnungen alle Jnconvenienzen heben und alle Auswege, wie scharfsinnig sie auch aufgefunden sind, überflüssig machen würde. Ueberblicken wir die uns überlieferte Folge, so ist sie weder nach einem wissenschaftlichen Gesetz geordnet, noch auf innere Nothwendigkeit gegründet, sondern sie ist aus einem willkürlichen Gedanken erzeugt, und durch einen Vers gestützt, dem in dieser Beziehung keine größere Wichtigkeit beizulegen ist, als irgend einem andern, nach welchem sich die Folge anders gestalten würde 0). Ferner ist diese Folge von so vielen Schwierigkeiten im practischen Studium begleitet, daß keine sichere Gewähr daraus für ihre Wahrheit zu entnehmen ist. Gelänge es nach diesen verschiedenen Richtungen hin eine andere Reihenfolge der Mischnah-Ordnungen in Aussicht zu nehmen, eine Folge, die auf Gesetz und Nothwendigkeit beruht: so wäre nicht abzusehen, weshalb nicht die freie Wissenschaft dem bloß sactionirten Herkommen sich an die Seite stellen dürfte. II. Die Heiligkeitsgesetze haben dauernde Geltung in der Theorie a). Sie besaßen zur Zeit der Amoraim ihre volle ideale Bedeutung und entbehrten ihrer practischen Wirkung nur deshalb, weil ihnen, durch 0) Versuche dieser Art s. Ialkut Ps. 19; Bamidbar Rabba 13. a) Auch mit טהרות und זרעים ist das der Fall nach ס׳ החינוך zu שמיני und קדשים, nicht jedoch nach ThaLmud B. Mezia N4b. Vierteljahresschrift IV. 2. 9

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.