Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 2 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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124 II. Mechiltha und Sifre. Ausdrücke. An diesem Unterschiede festzuhalten ist von Wichtigkeit, wie in wissensch. Zeitschr. für jüd. Theol. Bd. V S. 239 ff. (vgl. das. S. 417 Anm., Reggio in Ozar nechmad I S. 126 ff. und meine Bemerkung dazu das. S. 159 f.) ausführlich nachgewiesen ist. Auch frei von späteren Einschiebseln und Zusätzen sind diese Baraitha's nicht geblieben, und es ist wichtig, diese Elemente, welche oft in diese alten Schriften jüngere Ansichten einschmuggeln, wieder auszuscheiden. Auch hiervon sind oben gelegentlich Beispiele gegeben worden, und die neuesten Herausgeber haben auch hierauf fleißig geachtet. So ist schon in dieser Ztschr. Bd. I S. 138 der Zweifel ausgesprochen, ob die Erwähnung von 613 Gesetzen in Mechiltha Bachodesch e. 5 ächt oder vielmehr späterer Zusatz ist; auch Hr. W. (S. עד Anm. כ) stimmt dem bei. Demnach ist die Lesart, welche Handschriften in Sifre Deut. § 76 (©.90 b Anm. 3) hineintragen, nämlich von der Zahl der 365 Verbote, gewiß eine verschlechternde Correetur gegenüber unserer freilich etwas dunkleren Lesart, die jedoch Jalkut festhält und die sicher auch Raschi Vorgelegen. — So mag die Stelle in Sifre Rum. §.78 (S. 20 b): בתים אלו איל,* יורע בלה הם re., da sie in Jalkut Exodus §164 lediglich aus Pirke R. Elieser angeführt wird, späterer Zusatz sein. — Besonders verdienen die eschatologischen Ausdrücke eine eingehende Prüfung. Die Vorstellungen von den letzten Dingen haben sich, wie in dieser Ztschr. Bd. III S. 159 s. nachgewiesen ist, im Laufe der thalmudischen Zeit geändert (vgl. das Judenthum und seine Geschichte Bd. II S. 33), und da sind oft in ältere Schriften die Ausdrücke der neueren Zeit eingedrungen. Alt scheint die Nebeneinanderstellung der ״zukünftigen Welt" und der ״neuen Welt" (Mechiltha Wajassa 6. 5. S. 59. Jithro e. 1 S. 67); zweifelhaft ist die Scheidung zwischen den ״Messiastagen" und der ״zukünftigen Welt" (Sifre Deut. § 34 S. 72 b, wo es auch Jalkut § 842 hat, jedoch nicht Sotah21a; Sifre das. § 47 S. 83 a wie Jalkut § 870), ebenso die zwischen den ״Tagen Gog und Magog's" und den ״Messiastagen", obgleich dieselbe ein etwas älteres Gepräge hat (Sifre das. § 343 S. 143 a und Jalkut § 951), wie denn die allgemeine Bestimmung (§352 S. 145 b) ״in der Zukunft" später in zwei Zeiträume der ״Messiastage" und der ״zukünftigen Welt" zerspalten wird (vgl. Anm. 10). — So ist offenbar auch in Sifre Deut. § 323 S. 138b die Stelle: ״Kinder des ersten Menschen seid ihr, der über euch und über alle ihm folgenden Geschlechter die Todesstrafe gebracht hat" ein spät-