Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 2 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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II. Mechiüha und Sifre. 123 von diesem Standpunkte aus ist auch folgende Lehre. Dieser Gebrauch wird bestätigt durch Mechiltha Mischpatim e. 2 S. פד, wo Hr. W. (Anm. ר) ziemlich richtig erklärt, durch Sifre Numeri 8 123 (S. 42 b), § 131 (S. 47 b), wo Hr. F. .(Anm. 18) UNnöthig nach Jeruschalmi corriglrt: זר היא מאנלרו הבםים, was allerdings denselben Sinn bestimmter ausdrückt, Deuteron. § 29 (S. 71b vgl. Anm. 7) und sonst. Aus den bisherigen Erörterungen geht schon zur Genüge hervor, daß unser Tert der beiden Baraitha's vielfach an Verderbnissen leidet. Die neuen Herausgeber haben in dieser Beziehung sehr Anerkennenswerthes geleistet; sie haben nicht blos Jalkut und Lekach tob, die meistens gute Lesarten ausbewahren, sondern auch sonstige Parallelstellen fleißig und einsichtsvoll benutzt. Auch Handschriftliches stand ihnen hie und da zu Gebote. Natürlich ist hier noch Manches nachzuholen. Ich verweise blos auf eine Stelle, wo Hr. F. unsere falsche Lesart unberührt läßt, obgleich sie, wenn auch verständlich, Zu einem weitgehenden Jrrthume veranlassen kann. Sifre (tz 34 S. 74 b) lehrt, daß die Worte;7 Mos. 6, 7, man solle von diesen Worten sprechen, wenn man sich niederlege, und aufstehe, nicht etwa eng buchstäblich aufzufassen seien, als müsse man es Lhun, wenn man sich mitten im Tage niederlege, mitten in der Nacht aufstehe, daß vielmehr darunter verstanden werde, wenn man gewöhnlich sich niederlege, also bei Nacht«, und wenn die Zeit zum Aufstehen sei, also mit Tagesanbruch, der Ausdruck sei eben nach der allgemeinen Sitte gewählt und beziehe sich nicht auf das etwaige' abweichende Thun des Einzelnen. Das drückt Sifre nach unfern Ausgaben aus mir den Worten: .דרך ארץ דבריה תרדה כלמוך בני אדם. Diese Lesart ist salsch; denn es handelt sich hier von der allgemeinen Sitte (דרך), nicht von einer üblichen ungenauen Ausdrucksweise (למוך בני אדם). Wirklich hat Jalkut den Satz ohne die drei letzten Worte, ähnlich Tobia blos: בדרך בני אדם ד׳ ת'. Unsere Lesart aber, abgesehen von ihrer Ungenauigkeit, verführt zu dem Jrrthume, als wäre die Phrase ד רבב א in den thalmudischen Schriften in einem Sinne gebräuchlich, der ihr in der That dort nienials zukommt und erst von Späteren auf sie übertragen wurde. In den thalm. Schriften wird der Satz nur angewandt bei scheinbaren Wiederholungen, wie wenn der Infinitiv vor dem Verbum finitum, wenn איעו איען für irgend Jemand gesetzt wird, nicht aber in Betreff sinnlicher und uneigentlicher