Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 2 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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116 II. Mechiltha und Sifre. daß Simon seinen Grundsatz allgemein aufstellt. Jedenfalls derdient die Bemerkung Beachtung und Fann vielleicht kritisch derwerthet werden. Fein ist ferner die Bemerkung zu 2 Mos. 15, 17: Du wirst sie bringen und sie einpflanzen in den Berg Deines Erbes. Die Mechiltha (das. e. 10 S. נא) nimmt an der dritten Person Anstoß; warum sprachen sie nicht die Hoffnung aus, daß sie selbst dahin kommen würden, also: Du wirst uns bringen und uns einpflanzen? Das ist aus dem Standpunkte einer späteren Zeit gesprochen, der es bereits bekannt war, daß die das rothe Meer Ueberschreitenden nicht nach Palästina kamen, sondern erst ihre Nachkommen. Für die Mechiltha, bei der es feststand, daß jene das Lied gesungen, war es eine prophetische Ahnung, deren sie sich selbst nicht bewußt waren. תביאנלו ותטעמו, נתנבאו אבות ולא ידעו בלה, תביאנו ותטענו אין כתיב כאן אלא תביאנלו ותטעמו, אבלרו הבנים נכנסין ולא האבות. Zu 4 Mos. 15, 18 findet Jsmael in Sifre (§ 107 ©.31a) den Ausdruck בבאכם auffallend, der sonst nicht Weiler vorkomme, sondern והיה כי תבאו אל הארץ oder ,והיד כי יביאך ה; er glaubt darin die Bestimmung zu!finden, daß während sonst die Gebote erst mit dem vollen Besitze des Landes ihre Anwendung finden sollten, dieses, daß ein Stück vom Teige weggenommen werde, alsbald beim Betreten des Bodens, noch bevor das Land erobert worden, Geltung habe. Diese Deutung ist, sicher nicht begründet und wird auch weiter nicht angeführt; allein die sprachliche Bemerkung ist richtig, und hat dieses Stück noch andere Ausdrücke, die ungewöhnlich sind. So kennt nur Ezechiel noch das Wort ערסתכם, die Phrase אביר אני בלביא אתכם בבלה wird nur noch in der Doppelvorschrift über verbotene Ehen gefunden (3 Mos. 18, 3. 20, 22); solche drei Erscheinungen in einem kleinen Stücke sind kritisch bedeutsam. In demselben Cap. V. 32 heißt es: Die Kinder Israelis waren in der Wüste, da fanden sie re. Aber wo in aller Welt sollten sie denn gewesen sein? Sie zogen ja die ganze Zeit über durch die Wüste, wozu also diese selbstverstündliche Ortsbestimmung? Sifre (§ 113 S. 33 b) sucht eine Deutung; das Ereigniß fiel vor, meint er, kaum daß sie in die Wüste Sinai eingetreten, die Zehngebote empfangen, einen Sabbath gehütet hatten, da fand sich am zweiten alsbald Einer, der ihn entweihte. Den Frevler brachte man nun (V. 33) vor Moses And Aaron und die ganze Gemeinde; wie, fragt Sifre, wenn