Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 2 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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114 II. Mechittlm und Sifre. zurückließ, liegt eine ganze Geschichte. Schon vor ungefähr dreißig Jahren ist (Wissensch. Zeitschr. f. jüd. Theol. Bd. III S. 147 ff., vgl. S. 463 ff. und Urschrift S. 373) nachgewiesen worden, daß diejenige Eintheilung der Zehngebote, welche das erste Gebot bis zu den Worten ״ על פניneben mir" ausdehnt, nicht blos von Philo und Josephus angenommen ist, sondern auch Wohl von dem Versabtheiler adoptirt worden, während man später das erste Gebot mit ״ עבדיםaus dem Sklavenhause" schloß. Der älteren Eintheilung folgt nun auch Jsmael in Sifre, und indem die Gemara seine Worte anführt, corrigirt sie diese Angabe hinweg! Hr. F. beachtet diese Differenz nichts. — Die Aenderungen, welche die Alten mit den Stellen Vornahmen, die den Molochdienst und das Verbrennen der Kinder im Feuer besprechen, sind Urschrift S. 302 ff. behandelt, namentlich aber die bezügliche Stelle des Sifre (Deuteron. § 171 ©.107 a) das. S. 304 Anm. 2 und Ozar nechmad Bd. III S. 11 f., Hr. F. unterläßt es jedoch, eine richtigere Einsicht in dieses Verhältniß zu verbreiten. — Wie die Worte des Sifre über die lügenhaften Zeugen (§ 189 und 190 S. 109 b) auf einem ganz anderen Standpunkte stehen als die spätere Halachah, ist gleichfalls Urschrift S. 195 ff. ausgeführt, aber auch von Hrn. F. nicht genügend beachtet. — Eine merkwürdige Correctur macht die Mischnah in den Worten des Sifre § 196 S. 110 b. Dieser legt dem Galiläer Joße — einem Vertreter alter Ansichten — als Deutung der Schriftworte, daß ein Zaghafter den Kampfplatz verlassen dürfe, die Ansicht bei, ein Vierzigjähriger sei darunter verstanden, der nicht mehr den jugendlichen Mannesmuth habe. Die Mischnah läßt den Galiläer Joße sagen, daß darunter verstanden werde, wer sich schuldbewußt sei! —Heber die ״Herodisthat", die aus Mißverständniß zu einem ״Schärfungs- Werke" (חידודים st. הירודים oder wie gewöhnlich geschrieben wird, הודדוס) gemacht wurde, ist Ozar nechmad Bd. III S. 1 f. genügend gesprochen; Hr. F., der (§ 241 S. 118 a Anm. 4) aus seinem Mspte. die richtige Lesart bestätigt, geht sehr flüchtig darüber hinweg. Es mag an dieser Auswahl von Stellen, die tiefer in den innern Entwickelungsgang der Halachah einführen, genügen; zu den früher schon behandelten sind hier beispielsweise noch einige neue hinzugefügt, welche den älteren Standpunkt der beiden Baraitha's, :f:) Die Gem. Horajoth 8 a hat keine Beziehung zn unserer Stelle.