Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 2 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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112 II. Mechiltha und Sifre. trifft, hat die ältere Halachah strengere, dem buchstäblichen Sinne der Schriftstelle sich enger anschließende Bestimmungen, die in Mechiltha (das. 6. 10 S. צג) ihre Vertretung finden, wie Wohl Urschrift S. 448 ff., aber nicht von Hrn. W. nachgewiesen ist. — Die Stelle, welche über die der Hut anvertrauten und unter derselben beschädigten Gegenstände handelt (2 Mos. 22, 6—14), hat in ihren Bestimmungen mancherlei Phasen in der Halachah durchgemacht, und bereits oben ist in Uebereinstimmung mit dem jerus. Tharg. auf eine eigenthümliche Auffassung der Mechiltha hingewiesen. Eine ziemlich losgerissene Trümmer ist die Deutung, die Worte ״der Eigenthümer nehme" blos auf den Fall, daß das Vieh gestorben, zu beziehen und zu erklären: der Eigenthümer nehme das Aas, wie Urschrift S. 192 nachgepiiesen ist, was jedoch von Hrn. W. (das. 6. 16 S. צט Anm. 2) ignorirt wird. Auch über die Bestimmung beim Falle, wenn das Vieh von Räubern Weggetrieben worden, sind in der Mechiltha abweichende Ansichten, welche Urschrift S. 193 ff. im Zusammenhänge mit den alten Uebersetzern erörtert sind und die von Hrn. W. (das. Anm. 7 u. 8) nicht genügende Berücksichtigung finden. Auch die hierher gehörige sprachliche Bemerkung, daß עדר die richtige Lesart ist und doyd, Haut, bedeutet, steht fest und füge ich außer den in Urschrift gegebenen Belegen noch hinzu, daß der Syrer in Micha 2, 8 אדר mit wiedergiebt. — Mit Unrecht ändert auch Hr. W. (das. e. 20 S. 106 und Anm. 7) die Lesart nach späteren Relationen; daß die Mech. gerade die alte Thatsache von Juda b. Tabbai und Simon b. Schetach richtig aufbewahrt, ist Urschrift S. 140 ff. nachgewiesen. — Ebenso weist Hr. W. (das. S. קט Anm. 5) aus pilpulistischer Lust die in Kerem Chemed IX S. 19 ff. beleuchtete vielfache Deutung des זכור־ך ab und ignorirt er die Bemerkungen über יראדז in Ozar nechmad III S. 8 ff. — Richtig hingegen macht Hr. W. (Wajakhel c. 1 S. 111 Anm. 2) darauf aufmerksam, wie dort die Deutung eine ungesuchte ist, während die Gem. künstliche Gimatria's vornimmt, und ebenso weist er einsichtsvoll (S. קיא Anm. 6) darauf hin, daß die Baraitha, welche keine Stelle in der Gemara gefunden, gegenüber den Sadducäern das Gestattetsein des Anzündens von Licht vor dem Eintritte des Sabbathes, damit es am Sabbathe weiter brenne, nachdrücklich betont (vgl. Ztschr. der Deutschen morgen!. Gesellschaft Bd. ). Der Gegenstand ist von zu großer Wichtigkeit, als daß wir