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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 2 (1866) · p. Seite 107

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
2 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 107 (sequence 27)
Language
German
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II. Mechiltha und Sifre. 107 beschränken, wie umgekehrt wiederum die Mischnah und die ihr folgenden Werke blos die jüngere mit Jgnorirung der älteren aufnehmen. Daß eine ältere Richtung bei diesen Fällen vorhanden war, ist dann in den anderen als maßgebend betrachteten Quellen nicht bezeugt; man hat daher sich geweigert, eine solche in Mechiltha und Sifre zuzugeben. Allein sie wird meistens durch die Herbeiziehung anderer gleichfalls nicht genug beachteten alten Zeugen, der alten!Übersetzungen, namentlich des jerusalemischen Thargums nachgewiesen, sie wird wiederum häufig durch die Nachrichten über abweichende Secten, Sadducäer, Samaritaner, Karäer, wenn auch dieselben zuweilen nur trümmer- und mangelhaft auf uns gekommen sind, bestätigt, und es ist Mangel an wissenschaftlich-historischem Sinne sich gegen die Annahme zu sträuben, daß eine solche abweichende alte Halachah existirt habe. Daß die beiden in Rede stehenden Baraitha's, ihren ursprünglichen Bestandtheilen nach, Jsmael und seiner Schule angehören, ist nunmehr eine anerkannte historische Thatsache; auch Hr. W. bespricht den Punkt in der Einleitung zur Mechiltha S. XVIII und belegt ihn an mehreren Orten seines Commentares. Es mag hier blos noch auf zwei Stellen hingewiesen werden. Die Mißhandlangen, welche die Aramäer nach 2 Ehr. 24, 24 gegen den König Joas ausführten, werden in der Mechiltha (Amalek e. 1 S. סא; eigentümlich gedeutet, dasselbe wird jerus. Kidduschin 1, 7 ausdrücklich im Namen Jsmael's angeführt (תני ר' יעגבלעאל). Hr. W. macht darauf nicht aufmerksam. In Sifre (Ans. Schelach §. 107 S. 29 a) Wird eine Ansicht ausgesprochen, der Akiba entgegnet, worauf Jsmael replicirt; daraus ist ersichtlich, daß die erste schlechtweg angeführte Ansicht die des Jsmael ist, und sein Name konnte wegbleiben, weil eben das Ganze sein Werk ist. Hr. F. glaubt die Worte יעגבלעאל S *דבלי hinzufügen zu müssen, wie es auch die bab. Gem. Kidduschin 37 a thut; allein das ist unnöthig. Ebenso wird der enge Zusammenhang dieser Baraitha's mit dem jerusalemischen Thargum, nachdem die große Uebereinstimmung zwischen ihnen mit so zahlreichen Belegen nachgewiesen worden, von allen Seiten zugegeben werden müssen; die beiden neuen Herausgeber verweisen daher auch in ihren Commentaren an unzähligen Stellen auf dieses Thargum, und Hr. W. besonders weist ausdrücklich auf diesen Zusammenhang hin (vgl. z. B. Mech. Bo 0. 7 S. י Anm. 10 und 6. 10 S. יל Anm. 1). Um so auf-

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