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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 2 (1866) · p. Seite 102

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
2 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 102 (sequence 22)
Language
German
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102 II. Mechiltha und Sifre. Werth. Allein er giebt selbst die Handhabe zur richtigen Erklärung und hätte diese verfolgen sollen. Er bemerkt nämlich, Tobia in Lekach tob lese: להודיעם נלה יהא בסופם, und erkläre demnach, als stände אראה in Hifil. Offenbar ist auch in Sifre אודיע für אדע zu lesen. Alle Stellen nämlich, in denen von Gott ausgesagt wird, daß bei ihm ein Wissen oder Sehen eintreten werde, sind den Alten anstößig, weil dadurch Gottes zeitlose Allwissenheit, sein Vorherwissen aller Dinge, beeinträchtigt wird. Das gewöhnlichste Mittel, womit sie diese Auffassung beseitigen, ist, daß sie das Wissen oder Sehen in ein Wissen- oder Sehenlassen, Kundmachen, Zeigen umwandeln, was im Hebräischen so leicht zu bewirken ist durch eine kleine Punetationsänderung, durch die Verwandlung des Kal in Hifil (vgl. Urschrift S. 335 ff.). Auch der Ausdruck an unserm Orte im Munde Gottes: ich werde (will) sehen (אלאה), was ihr Ende, konnte nicht so bleiben, denn das schließt ein, als kenne Gott nicht bereits ihr Ende und müsse es erst erfahren; darum übersetzen die 70 delZa wie Saadias f&J ich will (ihnen) zeigen, als stände אראה, so will es auch Wohl das jerus. Tharg. II. gefaßt wissen, indem die Punctation אח2?י den Asel ausdrückt. In etwas anderer Weise scheint jerus. Tharg. I. dem ungeeigneten Ausdrucke zu entgehen, indem es den Pl.כהנלי, wir wollen sehen, setzt, also derselbe Sinn erzielt wird, daß auch andere außer Gott, dem es schon bekannt ist, sehen werden, und Onkelos wandelt glattweg das Fut. in Prät. um: גלי קדנלי, es ist mir bekannt, was auch der samarit. Uebersetzer mit seinen וחזי', und es ist gesehen, ausdrücken will*). Auch Sifre nun adoptirt und erklärt die Lesart אראה. — Die Deutung Sifre's (§. 324 Ende S. 139 a) beruht auf der Lesart ליום für 35 ,32) לי), die außer dem Samarit. auch dem alten jerus. Tharg. Vorgelegen zu haben scheint (Urschrift S. 247). Wenn er zu 33, 2 (§. 343 S. 142 d) von vier Seiten spricht, von denen aus, und von vier Völkern, denen Gott erschienen, so bemerkt Hr. F. richtig, Sifre habe wohl כןידטז md)!קדש gelesen; Dies ist bereits in Ztschr. der D.-M.-G. Bd. XIV S. 315 f. im Zusammenhänge mit der Uebersetzung der 70 nachgewiesen. Unbeachtet läßt hingegen wieder Hr. F., daß Sifre (§. 351 S. 145 a) mit Samarit., Syrer, Wohl auch jerus. Tharg .II. V. 10 ותורותך im Pl. gelesen (vgl. Ur- *) Mit Unrecht corrigirt daher Uhlemann in seiner samarit. Chrestomathie p 119 (vgl. Anm. y) וחזי in ואחזי.

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