Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 2 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 97 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2420973-2420983-2420985--1059-2422082- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
II. Mechiltha und Sifre. 97 sammenstellen und erklären wollte, ignorirte auch diese Schriften nicht, dennoch weiß ein jeder Kenner, daß sein Werk für dieselben nicht ausreicht und Wörter, welche nicht auch in der babyl. Gemara und den späteren ihm vorliegenden Midraschim — Bereschith rabba, Wajikra rabba, Jelamdeun, Peßiktha — Vorkommen und für die er dann auch hie und da Belege aus jenen sonst mehr zur Seite geschobenen Schriften beibringt, also Wörter, welche ausschließlich in den oben genannten, jerus. Gem. u. s. w., sich finden, selten in den Aruch ausgenommen sind. Simon Darschan und Tobia ben Elieser waren ihrer Absicht gemäß bei dem Pentateuch vorzugsweise auf Mechiltha, Sifra und Sifre angewiesen und sie excerpirten sie fleißig — während sie von der jerus. Gemara und der Tvßeftha kaum Notiz nahmen; aus der ersteren Compilation (Jalkut) lernten die Späteren auch meistens diese Werke kennen, aber der Jalkut selbst, noch weniger Lekach tob (die kleine Peßiktha), war kein Gegenstand des Studiums und ebensowenig daher ihre Quellen. Auch Raschi benutzt in seinem Commentare zum Pentateuche die alten dem Pentateuche sich anschließenden Baraitha's vielfach; allein schon seine Auswahl ward von der Rücksicht auf die babyl. Gem. geleitet, und in seinem Commentare zu dieser macht er sehr wenig Gebrauch von den drei an den Pentateuch sich anlehnenden Baraitha's wie von Thoßestha und jerus. Gemara. Eingehender verwendete sie der umfassende Blick des Maimonides, der in seiner systematischen Darstellung des gesetzlichen In- Haltes des Thalmuds aus jenen von Andern übersehenen Büchern bald Lücken der babylonischen Gemara ergänzte, bald sogar von dieser abweichend jenen folgte, ein Verfahren, das Verwunderung und Befremden bei seinen Kritikern und Erklärern erweckte. Nachdem die gute spanische Zeit, die doch gelehrt genug war, um auch diese Werke noch etwas zu beachten, vorübergegangen war, verfielen sie in gänzliche Jgnorirung, fast Vergessenheit. Von der compendiösen jerusalemischen Gemara erschienen blos zwei vollständige Ausgaben, nur einzelne Theile wurden von Gelehrten, die eine unbeachtete Ausnahme bildeten, mit Commentarien versehen. Die Toßeftha erschien als Anhängsel an die Halachoth Isaak Alfasi's; erst .in neuerer Zeit ward in Polen eine Sonderausgabe mit Commentar unternommen, die jedoch nicht zu Ende geführt worden. Sifra, dessen Hauptinhalt das Opferwesen bildete, ein Thema, das in der babyl. Gemara nicht erschöpfend behandelt war und dennoch Bierteljahresschrift IV. 2. 7