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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 1 (1866) · p. Seite 74

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
1 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 74 (sequence 75)
Language
German
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74 Recensionen. hielt als die Pharisäer im Allgemeinen und als auch ihrerseits die priesterlichen und aristokratischen Saddueäer: so blieb ihre Richtung doch sicher eine sehr unbestimmte und nicht in ganz genaue Vorschriften und Lebensregeln ausgeprägte, und war ihre Anzahl gewiß verhältnißmäßig gering, ihr Einfluß ohne Bedeutung. Es wäre rein unmöglich, daß eine Partei, die es zu einer scharf ausgeprägten Seetenbildung neben Sadducäern und Pharisäern gebracht hätte, in der ganzen thalmudischen Literatur in irgend einer deutlichen Erwähnung kaum aufgefunden werden sollte, während doch die mehr vereinzelten Parteiungen, die Zeloten (Kannaim), die Anhänger (Juda's) des Galiläers, die Sikarier u. A., ausdrücklich genannt werden. Die Hauptstütze für die Secte in Palästina — denn die ägyptischen Therapeuten Philo's sind doch nicht mit ihnen zu identificiren — bleibt immerhin der einzige Josephus, und die Darstellung dieses Schützlings der Römer, der dem Judenthume sich ersprießlich zu erweisen glaubte, wenn er es in den griechischen Philosophenmantel hüllte und seine geschichtlichen Thatsachen wie religiösen Meinungen mit erborgtem Lichte beleuchtete, — sie bleibt ein so unzuverlässiges Zeugniß, daß, wenn es nicht anderweitig eontrolirt werden kann, darauf weiter zu bauen ein verwegenes und ungeschichtliches Unterfangen ist. Mit der Zeit werden Wohl die christlichen Gelehrten, die, trotzdem, daß ihnen die Unzuverlässigkeit des Josephus nicht unbekannt ist, dennoch, weil ihnen alle andern Quellen versiegelt sind, ihn als die einzige Quelle der vorchristlichen Geschichte benutzen, es doch Wohl lernen, daß man sich nach andern sicherern, nicht willkürlich zugestutzten, wenn auch kurzen Berichten umsehen muß. Sollten nun die jüdischen Gelehrten beginnen, auf diesen Essäer - Gespinnsten trügerische Bauwerke zu errichten? Von entschiedener Bedeutung sind die Beiträge zur thalmudischen Kritik, welche uns dargeboten werden. Alle früheren Hefte liefern in dieser Beziehung höchst Beachtenswerthes. Die Umwandlung in den verschiedenen Stadien der thalmudischen Zeit, die Umgestaltung, welche die Auffassung von der Mischnah an durch Toßeftha, jerusalemische und babylonische Gemara erlangte, das gegenseitige Verhältniß zwischen den beiden letzteren, wo nun namentlich die Mißverständnisse, welche durch die babylonische Gomara begangen worden, vielfach hervorgehoben werden, die eigenthümliche Entwickelung, welche im Laufe der Zeiten durch Erstarrung viele Gebote erfahren — wie z. B. Thefillin, verbotene Speise u.

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