Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 1 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 74)
- Language
- German
- Belongs to
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He - Chaluz. 73 Ler, nicht mit dort geltender abweichender Richtung. Sooft in Mischnah und Baraitha's, den Schriften Palästinas — und von Babylonien ist Nichts vor dem dritten nachchristl. Jahrhundert nachzuweisen —, die ״Babliim" Vorkommen, erscheinen sie als rohe, wilde Naturen, wenn auch den einzelnen aus Babylonien stammenden bedeutenden Männern, einem Hillel, Chija, Nathan, ihr Verdienst nicht geschmälert wird. Wenn demnach Sätze aus der Mischnah und aus Baraitha's mit persischen Aussprüchen zusammengestellt werden, so mahnt dieses Verfahren zu großer Vorsicht. Es fehlt hier vollständig die Brücke, aus welcher der Uebergang soll vollzogen worden sein. Anders freilich verhält es sich mit der Zeit, in welcher die ״babylonischen" Schulen zu überwiegender Geltung kamen, vom Anfänge des dritten nachchristl. Jahrhunderts an. Nun aber war das Judenthum schon zu solcher festen, theilweise starren Ausbildung gelangt, daß ein Eindringen fremder Anschauungen in seine innersten Theile kaum mehr möglich war. Nun die allgemeine Menschenbildung, die zur Geltung gelangende philosophische Geistesentwickelung vermag da lösend und den Gesichtskreis erweiternd zu wirken; vor der fremden Religion zieht sich die in sich fertige, über ihre ausschließliche Berechtigung eifersüchtig wachsame mit aller Entschiedenheit zurück. Das schließt freilich nicht aus, daß einige Lebensgewohnheiten, Landessitten, abergläubische Gebräuche ausgenommen werden; manche Rechtsvorschriften und Ceremonien untergeordneter Art mögen ihre Abstammung im Perserlande aufsuchen. Bedeutende Spuren hat auch diese Zeit nicht im Judenthume zurückgelassen. Das darf uns nicht Wundern, wenn wir bedenken, wie geringfügig der Einfluß des Christenthums als Religion während der langen Zeit seiner Herrschaft auf das Judenthum geblieben ist; Philosophie, Bildung unter Moslemen und Christen haben alsbald Wetteifer unter den Juden geweckt, mächtig eingewirkt, aber nimmermehr Islam und Christenthum. Wenn demnach auch große Vorsicht anzurathen ist bei diesen Nebeneinanderstellungen und ich den größten Theil, zumal insofern die Vergleichung die ältere Zeit betrifft, für nicht Zutreffend halte, so ist doch sehr Vieles, das unabhängig von dieser Parallelisirung in dieser Abhandlung nebenbei besprochen wird, sehr beachtenswerth. Zwar was hier über E s s ä e r und wiederum ihre Verwandtschaft mit den Parsen gesagt wird, stößt bei mir auf sehr große Bedenken. So wenig die Existenz einer solchen asketischen und beschaulichen Partei zu bezweifeln ist, die noch strengere Ordensbrüderschast (חברות) ein-