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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 1 (1866) · p. Seite 70

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
1 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 70 (sequence 71)
Language
German
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70 Recensionen. und anregend genug, um bei allen, die zum Verständnisse für ihn genügend vorbereitet sind, einen nachhaltigen Eindruck zurückzulassen. Die periodisch in zwanglosen Heften erscheinende Schrift wird von der Kraft und dem Geiste des Herausgebers, Schorr, getragen; was von Andern ausgenommen ist, kann nur als anschließend betrachtet werden. Sie greift in das ganze weite Gebiet der jüdischen Wissenschaft hinein und behandelt ebenso biblische und thalmudische Kritik, wie sie die Zeugnisse des Mittelalters bespricht, Alles aber mit jenem muthigen frischen Forschergeiste, der keine voraus festgestellten Resultate anerkennt und die reiche Gelehrsamkeit zum Eindringen in den Entwickelungsgang verwendet. Die freie Behandlung der biblischen Bücher als solcher, die in ihrer Entstehung und ihrer Uebertragung an die späteren Zeiten dem allgemeinen Schicksale aller alten Schriften unterworfen seien und in solcher Weise von uns betrachtet werden müßten, * toar in hebräischem Gewände gar sehr überraschend; die Benutzung der kritischen Annahmen von andern Seiten her wie die Verwerthung eigner thalmudischer und rabbinischer Gelehrsamkeit zu diesem Zwecke war eine neue Erscheinung, die hier Entrüstung, dort Erstaunen erregte. Allerdings ist die Be- Handlung etwas aphoristisch, und es kommt zu keinem zusammenfassenden Resultate, die leitenden Grundsätze sind zum Theile nicht sicher genug; allein nirgends fehlt es an frischer Anregung, und einzelne treffende Bemerkungen werden sich als eine Bereicherung unserer Erkenntniß erweisen. Das Gebiet dieser bibelkritischen Untersuchungen ist ein schlüpfriges; mancher Einfall ist mehr blendend als wahr, und so hat sich auch Sch. nicht von eigenen wie fremden Vermuthungen frei halten können, die nicht als stichhaltig erfunden worden. Kindisch aber ist das Verfahren derer, welche sich eines solchen etwaigen Fehlgriffes bemächtigen und ihren Spott darüber ergießend, den ״Gerüsteten" damit niederzukämpfen glauben; wenn er auf unwegsamem Gebiete auch einmal ausgleitet, so wankt darum sein muthiger Schritt nicht, und die Spuren, die sein Fuß dort eingräbt, sind doch nicht verwischbar. In dem neuesten Hefte, das uns nun vorliegt, ist die biblische Kritik als solche wenig geübt; blos die erste große Abhandlung: über die Beziehungen des Parsismus zum Judenthume, berührt dieses Gebiet. Die Untersuchung dieses Gegenstandes, von Sch. mit reicher Belesenheit und geübtem Scharfsinne ausgeführt, ist eine sehr schwierige, und der Forscher muß sehr behutsam zu Werke gehen, um nicht durch wirkliche und scheinbare Aehnlichkeiten zu Behaup-

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