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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 1 (1866) · p. Seite 66

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
1 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 66 (sequence 67)
Language
German
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66 IV. Berührungen der Bibel u. des Iudenth. unserm Zwecke fern; doch wird es gut sein, einmal der Behandlung der Opferfrage auf außerjüdischem Gebiete zu folgen. Man wird sich in der Ueberzeugung bestärken, daß das Opferwesen nicht dem Judenthume angehört, sondern Eigenthum der antiken Religionsanschauung ist; im Griechenthum trat erst die Philosophie, als sie sich von der ganzen alten Religion ablöste, den Kampf an gegen die Opfer, im Judenthum trat die wahre religiöse Erhebung des Prophetismus von vorn herein gegen dieses Erbe des Heidenthums auf. Derselbe Fall ist es mit den erlaubten und verbotenen Thierarten, deren Scheidung namentlich in Aegypten ihre religiöse Verehrung fand (vgl. hier S. 21 s.). Von speciellem Interesse hingegen ist für uns, was Theophrastos von dem ״judäischen Stamme der Syrer" berichtet. ״Die Judäer — sagt er (S. 85) — halten mit dem Opferfleische keinen Schmaus ab, sondern sie verbrennen es als Ganzopfer bei Nachtzeit, gießen viel Honig und Wein darüber und schaffen das Opfer schnell fort, damit nicht der allsehende Helios das Entsetzliche erblicke. Zugleich fasten sie an den dazwischen liegenden Tagen. Und während dieser ganzen Zeit führen sie, da ihr Stamm der Philosophie ergeben ist, unter einander Gespräche über die Gottheit, des Nachts aber machen sie Himmelsbeobachtungen und beschauen die Sterne, während sie Gott anrufen." Für die Erklärung, wieso Theophrastos zu einer von der Wahrheit sich vielfach entfernenden Beurtheilung der Juden und ihrer Gewohnheiten gekommen, verweisen wir den Leser auf die Schrift des Hrn. B., der diese Untersuchung umständlich führt. Wir entnehmen derselben blos einige allgemeine Betrachtungen. ״Die vorliegenden Sätze aus Theophrastos — sagt Hr. B. (S. 109 ff.) — erregen ein gesteigertes Interesse, weil sie die erste unzweifelhafte Erwähnung des jüdischen Volkes innerhalb der griechischen Literatur darbieten .. . Die theophrastischen Worte bekunden, trotz aller Ungenauigkeit ihrer einzelnen Angaben, doch schon nähere Kenntniß von der Eigenart des jüdischen Volkes, welches durch die Berichte der peripatetischen Theilnehmer an Alexanders Zügen die Aufmerksamkeit dieser die sittengeschichtlichen Studien mit Vorliebe pflegenden Philosophenschule vorzüglich erregen mußte. So hatte denn auch Klearchos aus Soloi, ein Mitschüler des Theophrastos, in einem Dialog . .. sogar dem Aristoteles eine Schilderung seines Umgangs mit einem Juden in den Mund gelegt und den Gründer des Peripatos mit Anerkennung von der jüdischen Enthaltsamkeit und Sittenstrenge reden lassen . .. Wie sehr nun Alles, was die

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