Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 1 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
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mit dem dass. Alterth. u. dessen Ausläufern. 65 ihnen nur dadurch abgewiesen, daß sie sich auf den göttlichen Willen berufen, der die Vefugniß dazu ausdrücklich eingeräumt habe, aber nun auch nur unter der Bedingung, daß die Art des Schlachtens vorschriftsmäßig sei — womit namentlich die alten Karäer den besonderen Werth der Schlachtregeln begründen — und unter der Voraussetzung, daß dem Thiere für das ihm geraubte Leben und den ihm verursachten Schmerz von Gott eine Vergeltung (תנלור) zu Theil werde, eine Ansicht, die wiederum namentlich bei den alten Karäern geradezu zur Glaubenslehre erhoben wurde. Die positiven Religionen wurden von einem Fleischverbote ferngehalten, namentlich durch die alten thierischen Opfer, von denen gerade vorzugsweise der Priester genossen, und wenn die Opfer auch ausgehört hatten, so mußte doch das Verfahren der Alten als ein mit der Heiligkeit verträgliches anerkannt werden (vgl. z. B. Land, anecclota syriaca p. 19 f.); der Neuplatonismus, eine Reform des Heidenthums anstrebend, bekämpfte jedoch eben das thierische Opfer selbst. Ward er dazu von einer schwärmerischen Erhebung zu den höhern Geistern geleitet, die das Mittel der äußern Heilswerke verschmäht: so fand er für seinen Zweck einen Bundesgenossen in dem sonst von ihm sich entfernenden Aristotelismus, der mit mehr nüchternem Sinne die Werthlosigkeit der Opfer behauptete. Porphyrios, wie alle seine schriftstellernden Zeitgenossen ein Compilator, ergreift daher mit Begierde die Gelegenheit, eine Schrift des Theophrastos; über Frömmigkeit, welche den Kampf gegen die thierischen Opfer umständlich führte, reichlich zu excerpiren, und er bewahrt uns dadurch einen großen Theil einer alten beachtenswerthen Schrift auf, die uns sonst spurlos verschwunden wäre. Freilich sind Porphyrios' Anführungen aus den von ihm benützten Schriften nicht immer wörtlich, und erlaubt er sich nicht blos Kürzungen und Zusätze, sondern gestattet sich auch einzelne seinen Ansichten mehr angemessene Aenderungen vorzunehmen, dennoch ist sein Verfahren im Ganzen treu genug, so daß man mit kritischem Sinne den alten Autor sich restituiren kann. Dieses Verfahren weist Hr. B. in einer interessanten Weise an einem Beispiele nach, wo Porph. eine Stelle aus Josephus wiedergiebt, die, da wir sie vergleichen können, uns einen Maßstab an die Hand giebt zur Würdigung seiner Citate. Diesen Maßstab legt nun Hr. B. mit Umsicht und Feinheit an die aus Theophrast mitgetheilten Stellen an und weiß uns dieselben mit ziemlicher Sicherheit nach ihrer ursprünglichen Gestalt herzustellen. Dieser an sich sehr anregenden Ausführung nachzugehen, liegt BLerteljahresschrift IV. 1. 9