Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 1 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 61 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
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mit dem class. Alterth. u. besten Ausläufern. 61 es ist ganz einfach eine alte Erklärung, die auch bereits nachgewiesen ist, bei der jedoch für den Zweck der Severus'schen Chronik länger zu verweilen allerdings überflüssig ist. Trotzdem nun die Chronik auch von Seiten des Inhalts sehr dürftig ist, weiß die scharfsinnige Gelehrsamkeit des Hrn. B. dennoch einige Körner aufzufinden, die zu verwerthen find. Severus benützt, um seine biblische Geschichte zu einem clasfischen Lesebuche zu machen, wie er selbst eingesteht, auch ״heidnische" Schriftsteller, mit deren Angaben über zeitgenössische Vorfallenheiten er die aus der Bibel erzählten Begebenheiten in geschichtlichen Zusammenhang und Einklang zu bringen unternimmt. Ob und wie viel aus seiner ernsten Beschäftigung mit chronologischen Forschungen noch etwa zu entnehmen sein dürfte, darin geht Hr. B. als ״für die literargeschichtliche Charakteristik unwesentlich" nicht ein, bemerkt aber doch, daß ״die zum Theil recht erlesenen Angaben, welche er einem anonymen Verzeichnisse babylonischer Könige entnimmt, längst die Aufmerksamkeit der neueren Chronologen erregt haben" (S. 46). — Auch auf eine andere Reihe von Nachrichten lenkt Hr. B. die Aufmerksamkeit, für welche dem Severus, wie Hr. B. sagt, ״alte und gute Quellen" zu Gebote gestanden, nämlich über die Seleukiden herrsch er, die mit der Geschichte der Makkabäerzeit in so enger Verbindung stehen. Eine Untersuchung der Angaben der Chronik über diesen Punkt weist nun zwar Hr. B. als für seinen Zweck allzu weitläufig ab, liefert aber doch an einer mit kritischem Scharfsinne beleuchteten Stelle einen Beleg, der ״eine recht günstige Vorstellung von dem Werthe der Quellen erweckt, welchen Severus seine Angaben über die Seleukiden entnommen hat" (S. 61 ff.). Einer sorgfältigen Untersuchung unterwirft jedoch (S. 48 ff.) Hr. B. den Bericht der Chronik über die Verheerung Jerusalems und seines Tempels, der in einem Punkte sehr bestimmt von den gangbaren, auch durch Josephus recht nachdrücklich unterstützten Vorstellungen abweicht. Nach diesen nämlich sei im Kriegsrathe die Absicht, Jerusalem und den Tempel zu zerstören, der von Titus geleiteten Majorität unterlegen, die die Schonung des Tempels entschieden forderte; demgemäß hätten die Römer aus Befehl des Titus Alles aufgeboten, um die Stadt und vornehmlich den Tem- Pel zu retten, die Verbrennung aber sei von den verzweifelten Juden selbst begonnen, durch einen unglücklichen Zufall verbreitet