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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 1 (1866) · p. Seite 59

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
1 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 59 (sequence 60)
Language
German
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mit dem class. Alterth. u. dessen Ausläufern. 59 steiler ihn für ihre aggressiven und polemischen Zwecke minder brauchbar fanden und ihn übergingen, so hat humane Bildung, wo sie sich nicht frei bewegen konnte und zu ihrer Beglaubigung des Nachweises ihrer Uebereinstimmung mit der positiven Religionssatzung bedurfte, wie zu den Zeiten der Byzantiner und des Humanismus, gern nach ihn! gegriffen. Freilich ist die freigewordene Erkenntniß, die zu einer jeden Urquelle selbstständig zurückzugehen weiß, nunmehr auch über ihn hinausgegangen, ohne daß sie jedoch den Werth jener vermittelnden Geister in gewissen Perioden der Weltgeschichte verkennen will. Mit dem Gesammturtheile, welches Hr. B. über ״dieses kleine jüdisch-hellenistische Product" wie über ״die gesammte jüdisch-hellenistische und ihr ähnliche Schriftstellerei" schließlich fällt, daß sie nämlich ״verdientermaßen dem Schicksale unterliege, keinen nachhaltigen Einfluß üben zu können auf das geistige Leben der Völker, das sich in kräftigen Gegensätzen umschwingt und alle Versuche, das Concrete burd; Compromiß oder Abstraction zu verflachen, verächtlich zur Seite schiebt" — mit diesem Gesammturtheile können wir uns daher keineswegs einverstanden erklären, ohne daß uns Dies den Genuß an seiner Arbeit und den Dank für dieselbe verkümmert. — In eine durch Jahrhunderte getrennte Zeit und vor eine vollständig umgewandelte Physiognomie der Welt führt uns die zweite kleine Schrift des Hrn. Dr. B.: lieber die Chronik des Sulpicius Severus (1861. 72 S. gr. 4.). Am Anfänge des fünften nachchristl. Jahrh. ist das Griechenthum völlig verdrängt, und das unterdessen zur Weltherrschaft gelangte Römerthum hat bereits dem Christenthume sich unterworfen; nur mühsam ringt noch der alte römische Geist, mit seiner Bildung die spröden Stoffe, die ihm dargeboten werden, zu durchdringen, bis er endlich ganz unterliegt. Aus dieser Zeit ist die Chronik des Severus, eines zwar ernsten Christen, aber doch eines Freundes der alten Literatur, welche die jüdisch-biblische Geschichte und ihre Fortsetzung bis zur Zerstörung des zweiten Tempels in einer dem Classicismus nachstrebenden Form darstellt. Wenn er sich in seiner Erzählung auf den Inhalt der jüdischen Bibel beschränkt, aus dem er auch moralische und juridische Bestandtheile aufnimmt, von dem geschichtlichen Verlaufe der Kirche ganz Umgang nimmt; so ist dies nicht Mangel an Eifer für Christenthum, den er anderweitig durch Leben und Schriften zur Genüge bekundet, und ebensowenig umgekehrt geringere Achtung

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