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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 1 (1866) · p. Seite 57

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
1 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 57 (sequence 58)
Language
German
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mit dem clafs. Alterth. u. dessen Ausläufern. 57 ist hervorzuheben, daß bei den verbotenen Graden der Verfasser seine gewohnte Zurückhaltung in übermäßig zaghafter Weise an den Tag legt. Obgleich er offenbar aus dem achtzehnten Capitel des Leviticus schöpft, so hat er aus der dortigen vielgliedrigen Reihe doch nur vier Fälle herausgehoben: die Verbindung mit Stiefmutter, Schwester, Kebsweibern des Vaters, gleichzeitige Verbindüng mit zwei Schwestern (V. 179 — 182. 194)." Auch hier müssen wir jedoch unfern Spruchdichter gegen seinen Bearbeiter in Schutz nehmen. Phokylides greift nicht willkürlich aus dem Abschnitte in Levitieus Einzelnes, und zwar mit übergroßer Aengstlichkeit, heraus, sondern er folgt der Zusammenstellung in Deuter. 27, 20 — 23, Wo einzelne unerlaubte geschlechtliche Vermischungen mit dem Fluche belegt werden. Warum er der kürzeren Fassung des Deuteronomikers den Vorzug gegeben, bedarf keiner weiteren Erklärung; daß er es aber gethan, ergiebt sich gerade daraus, daß er nicht nach unserm Texte, sondern in voller Abhängigkeit von der griechischen Uebersetzung wiedergiebt und sich in der Aenderung, welche diese mit dem Texte vornimmt, der alexandrinische Standpunkt, welchen die Uebersetzer und der Spruchdichter in gleicher Weise einnehmen, so recht bestimmt ausprägt, — und ferner aus dem Umstande, daß er noch einer andern Befriedigung des Geschlechtstriebes, gleichfalls zunächst nach Anleitung der Stelle im Deuteron., gedenkt, die Hr. B. übergeht. Die beiden Verbote nämlich von des Vaters Weibe und der eigenen Schwester finden wir bei dem Deuteronomiker V. 20 und 22, nicht aber das von zwei Schwestern; so freilich nach unserm Texte, allein die 70 fügen in V. 23 hinzu: kTiMardpccTog 6 xoLfico^evog fierä rfjg ctSelcpijg xr\g yvvcaxog ccvtov, und diesen Zusatz, der offenbar der alexandrinischen Sitte entsprach, nimmt nun auch unser Phokylides auf. So wird es uns auch klar, warum der Dichter die Vermischung mit dem Weibe des Vaters doppelt aufzählt, einmal als Stiefmutter und nochmals als Kebsweiber (ndllaxzg). Die 7 0 (und mit ihnen Aquila) geben nämlich -!n^rin in V. 23 wieder mit vvacpiך avxov. Nun ist zwar die griech. Sprache sehr ungenau in der Bezeichnung der durch Verheirathung erzeugten Verwandtschaft, wie denn z. B. ya^ßQog das ganze Gebiet umfaßt, Schwiegervater, Eidam und Schwager bedeutet; allein vv^cpr17 ursprünglich die jung verheiratete Frau, kann doch in diesem Verwandtschaftsverhältnisse nichts Anderes als die Schwiegertochter

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