Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 1 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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48 III. Erinnerung an Befindlichen sehr seltsam. Das Gefühl Fr.'s ist richtig, weniger seine Erklärung, wenn er sagt: ״Das ist für die späteren Geschlechter geschrieben, welche sagen werden: diese Thaten sind kurz nach oder etwas fern von dem Auszuge Israels geschehen"! — Er kann es nicht unterdrücken, wenn er auch etwas ängstlich dabei verfährt, daß die Worte 5 Mos. 12, 8 ff. gewöhnlich gewaltsam gedeutet werden; er sieht, daß hier eine Zeit vorausgesetzt wird, in welcher an allen Orten Opfer dargebracht wurden, daß Dies noch dazu als zur Zeit Moses' üblich dargestellt, aber für die Zukunft untersagt wird. Nun aber sollte nach der bekannten Stelle im Leviticus während der Wüstenzeit Alles im Stiftszelte und durfte keines- Wegs an allen Orten dargebracht werden. Fr. meint nun, diese Licenz sei dann eingetreten, als Israel in Besitz der Länder diesseits des Jordan gekommen und sei damals nun einmal nicht zu ändern gewesen. Die Lösung ist freilich ungenügend, aber der Blick dennoch richtig (vgl. Ztschr. der Deutsch, morgen!. Gesellsch. Bd. XIX. S. 604 ff.) Einen solchen Blick bewährt er umsomehr, wo er seinem Sprachgefühle ohne Anstoß folgen kann. So adoptirt er die schon von älteren Exegeten angenommene Ansicht, daß die zwei ersten Verse der Genesis den Vordersatz bilden, auf welchen erst V. 3 als Nachsatz folgt, daher zu übersetzen sei: Am Anfänge da Gott erschuf rc. Wenn der sprachlichen Begründung, daß בראשית nicht absolut stehen könne, entgegengestellt wird, daß ראשית und das ihm entsprechende אחרית Wohl so vorkomme, so erwidert Fr. mit richtigem Tacte, Wohl sei das bei diesen Worten möglich, wenn sie einfach stehen, nicht aber mit der Partikel ב, da sei בראשית, das fünf Male, und באחרית, das noch häufiger vorkomme, immer von einem folgenden Worte abhängig. — Klar erkennt er ferner, wie ich erst jetzt sehe, daß עבלים die Befreundeten, Verwandten, Familie bedeute, wie er zu 1 Mos. 10, 5. 3 Mos. 19, 16. 21, 1. 4. ausführt, wenn er auch die daraus sich ergebenden Folgerungen (vgl. He-Chaluz V. S. 73 ff. Zeitschr. d. Deutsch, morgen!. Gestllschast) nicht zieht. — Ebenso faßt er den Unterschied zwischen זחאנלין, wenn es mit ב und wenn es mit ל construirt wird, auf (vgl. obengenannte Ztschr. B. XV S. 417). Nicht minder hat er vor Luzzatto eine Ahnung von der Veranlassung zu der seltsamen Accentuation in 3 Mos. 16, 2, obgleich er natürlich gleichfalls den bedeutsamen historischen Hintergrund nicht entdeckt (vgl. Ozar nech-