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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 1 (1866) · p. Seite 45

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
1 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 45 (sequence 46)
Language
German
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einen vergessenen Schrifterklärer. 45 wäre sie ihm entgegengetreten, er hätte sie von seinem ganz unvermittelt gläubigen Standpunkte aus entschieden abgewiesen; wo er aus Aben Esra oder von einem ״aufgeklärten" Zeitgenossen etwas der Art erfährt, wendet er sich wie mit einem instinctiven Widerwillen davon ab. Er wittert in Samuel ben Me'ir, jenem gesündesten Gliede der nordfranzösischen Exegetenschule, wie in Mendelssohn — dessen Namen er nie nennt, wenn er auch seine Ansichten bestreitend anführt — ein rationalisirendes Verfahren, und er verhehlt daher auch gegen jenen, der doch eine Säule des Rabbinismus ist, nicht seinen Widerwillen. Wenn ein solcher Mann dennoch unbewußt, ja wider seinen Willen, von seinem richtigen Sprachgefühle getrieben, bibelkritische Aeußerungen thut, deren Tragweite er allerdings nicht ahnt und die er, wenn die nothwendig daran sich knüpfenden Folgerungen von ihm erkannt worden wären, in sich niedergekämpft hätte: so haben solche absichtslose Zugeständnisse für uns einen erhöhten Werth. Und solche Aeußerungen finden sich bei ihm, nicht blos uns Bekanntes, wenn auch selbstständig, wiederholend, sondern auch auf Unbekanntes hinweisend. Seinem Blicke entging z. B. nicht die vollständig eigenthümlicheSprache im zweiten Theile des Jesaias; er macht darauf in seiner Unschuld aufmerksam, ohne daß er damit mehr als eine sprachliche Bemerkung gemacht haben will und ohne daß er den zweiten vom ersten Theile unterscheidet. Eine solche Bemerkung hören wir zu einer Stelle, die er überhaupt mit feinem Verständnisse auffaßt, nämlich zu 1 Mos. 49, 14 f. Er erkennt hier sehr Wohl, daß die ganze Stelle blos Tadel über Jsachar ausspricht. Wenn er nun auch bei der Lesart הבלרר 3לם und der Uebersetzung: knochiger Esel bleibt, so glaubt er doch nicht, daß damit Jsachar's Kraft bezeichnet werden solle, vielmehr daß er mit einem knochendürren, fleischlosen, daher vor Kälte schlotternden Esel verglichen werde, der sich träg am Herde, zwischen den Feuerstellen aufhalte, um sich zu erwärmen; drum neigt er seine Schultern Zum Tragen und ist dem Frohndienste pflichtig. סבכי, das V. 15 vorkommt, sagt Fr., bedeutet immer das dienstbare Lasttragen. ״Wenn es nun aber doch Jes. 46, 4. 7 nicht in diesem harten Sinne vorkommt, so ist Dies in poetischer Entlehnung. So (in dieser Uebertragung) kommt es nur in Jesaias vor; in diesem Buche finden sich für den Tiefereindringenden weit mehr in ungewöhnlicher Bedeutung gebrauchte Worte als in den übri-

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