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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 1 (1866) · p. Seite 44

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
1 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 44 (sequence 45)
Language
German
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44 III. Erinnerung an III. Erinnerung an einen vergessenen Schrifterklärer. Vielleicht ist die Aufforderung, die ich hiermit ergehen lasse, nicht genau ausgedrückt; der Schrifterklärer, den ich in Erinnerung bringen will, ist nicht vergessen worden, nachdem er etwa eine Zeit lang gebührende Anerkennung gefunden, er lebte vielmehr, wie es scheint, weder in Geltung bei seinen Zeitgenossen noch im Andenken des unmittelbar folgenden Geschlechtes, er war eben ganz unbeachtet geblieben. Es gehört mit zu den Verdiensten Luzzatto's, daß er die Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt, ohne daß jedoch, soviel ich wüßte, die Blicke dadurch sich ihm zugewendet hätten. Auch ich habe erst durch Luzzatto von dem Verfasser und seinem Werke erfahren. Nun ist über dieses ein halbes Jahrhundert hingegangen, und es ist Wohl geziemend, es aus seinem unverdienten Dunkel hervorzuziehen. Von dem Verfasser, L öb Frankfurt (Spiro) ist mir Nichts bekannt; er lebte in Altona (Hamburg), woselbst auch seine kleine Schrift; ״ ,הלכסים לבקעהdie Krümmungen (sollen) zur Ebene (werden)" 1815 erschien (76 Doppels. 4.); sie enthält, wie man aus dem Titel bereits erkennt, blos Erklärungen zu einzelnen Stellen, und zwar des Pentateuch — an welche nur gelegentlich anknüpfend und selten eine Stelle aus andern Büchern sich anreiht —, bei welchen der Verf. etwas Neues Vorbringen, eine Schwierigkeit in eigner Weise beseitigen zu können glaubt. Denn bei aller Naivetät der Gesammtanschauung, bei dem gänzlichen Mangel an wissenschaftlicher Vorbildung besaß Löb Frankfurt ein gesundes Sprachgefühl und einen klaren Blick, die, solange sie nicht von vorgefaßten Meinungen verdrängt wurden, zur Wahrnehmung des Richtigen anleiteten und auch da nicht ganz zurücktreten, wo er offen bekennen muß, eigentlich nicht zu wissen, worin die von ihm gemachte Entdeckung ihre Erklärung finde. Es erscheint mir daher nicht blos ein Werk der Pietät, ja der historischen Gerechtigkeit, einem solchen spurlos Dahingegangenen das verdiente Denkmal zu setzen, sondern auch eine Pflege der Wissenschaft, auf Aeußerungen eines Mannes aufmerksam zu machen, der mit seinem schlichten Verstände in einer gewissen Kindlichkeit das Richtige erkannte, wie auch namentlich auf Anregungen hinzuweisen, die eine weitere Ausführung verdienen. Löb Frankfurt hatte keine Ahnung von biblischer Kritik, und

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