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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 1 (1866) · p. Seite 35

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
1 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 35 (sequence 36)
Language
German
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35 .כאץ ח .3 So mag denn schließlich nochmals der Grundsatz wiederholt werden: Ein einzelner Sprachausdruck giebt freilich keine zwingende Entscheidung für die Jugend eines Stückes, allein einen subsidiarischen Beweis liefert er allerdings, und so habe ich auch die Phrase *אמו לאמל betont, die meinem Sprachgefühle für eine frischsprudelnde Sprache wahrhaft unmöglich erscheint, so daß ich bei einem Stücke, dessen Alter unzweifelhaft ist, eher einen eingeschlichenen Schreibfehler annehmen und das לאמל streichen möchte, als daß ich mich dazu verstehen könnte, diese schleppende Redeweise einer schöpferischen Zeit zuzutrauen. 3. כאץ und thalmudische Kritik. Die Concordanz wird nunmehr geschlossen, und der Nachweis zweier anderer kritischer Sünden wird versucht. Ich habe Urschrift S. 268 f. nachgewiesen, daß der Ausdruck V: כאץ, gleich ähnlichen andern, aus gewissenhafter Scheu sich mancher Aenderung unterwerfen mußte oder doch eine solche versucht wurde, wenn sie auch nicht durchdrang. Eine dort nicht angeführte Stelle mag hier noch in Betracht gezogen werden. Das Benehmen der Söhne Eli's wird als das trotziger und blos selbstsüchtiger Fleischeslust nachgehender Priester hart getadelt und von ihnen gesagt (1 Sam. 2, 17), sie schmähten die Opfergabe Gottes (n כאצו את מבחת). Man dürste Wohl zur Annahme berechtigt sein, der Schriftsteller habe gesagt, daß sie Gott geschmäht, wie der Syrer wirklich wiedergiebt, und blos spätere Scheu fügte die ״Opfergabe" hinzu, eine Milderung, wie wir deren in dieser ganzen Erzählung noch manche erkennen (vgl. Urschrift S. 271 f). Selbst daß der Feind Gott lästert (n אויב חלף Ps. 74, 18), klang so hart, daß man die zwei Worte durch ein Peßik trennt, der Syrer aber gar die Worte wirklich auch im Sinne trennt, 'n zum Vocativ macht und übersetzt: Gedenke dessen, o Gott, daß der Feind lästert. Nach diesen und den a. a. O. angeführten Beispielen liegt die Annahme nicht fern, daß, wie ich dort gleichfalls bemerke, auch in dem Satze Ps. 10, 3 in den Worten V» ובצע בלך כאץ das Wort בלך ein auch sonst gebrauchter Euphemismus für כאץ war, der sich neben dem ursprünglichen Worte erhalten hat. Das will Herrn Schmied! nicht einleuchten; nun darüber läßt sich nicht streiten, ein mathematischer Beweis läßt sich dafür nicht beibringen. Allein er glaubt umge- 3*

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